04.04.2003

PIZZAKARTON

Bildquelle: iBox Project

Macintosh-Klon "iBox" in der Mache

Computernutzer, die bevorzugt mit einem Macintosh arbeiten, werden sich freuen. Die "iBox", ein günstiger, erweiterungsfähiger Mac mit den Maßen eines Pizzakartons soll schon in drei bis vier Monaten auf den Markt kommen.

Doch nicht Apple erweitert damit sein Sortiment, das neue Mac-Modell wurde von dem 21jährigen Techniker John Fraser aus Minnesota konstruiert.

iBox-Komponenten aus Ersatzteillager

Anders als in der "Wintel"-Welt dürfen Macs nur von einem einzigen Unternehmen, Apple Computer, hergestellt werden. Das Betriebssystem wird grundsätzlich nicht an Dritthersteller lizenziert.

Fraser hofft diese Lizenzbedingungen durch die Verwendung alter Bauteile zu umgehen.

Ausgestattet wird die iBox mit einem alten Original-Apple-Motherboard früherer G4-Generationen aus dem Fundus von Ersatzteillagern, mit vorinstallierten Macintosh ROMs [Read Only Memory]. Das ROM ist das Herzstück eines jeden Macs, es birgt eine Menge an Funktionen in sich, für den Fensteraufbau, den Zugriff auf die Harddisk und vieles mehr. Das ROM macht den Mac erst zu einem Mac.

Auch über Firewire und USB-Anschluß, Airport-Anschlussfähigkeit und Gigabit Ethernet verfügt der Pizzakarton-Mac. Das Betriebssystem wird vom Konsumenten bereit gestellt.

"Will Apple nicht schaden"

Experten rechnen damit, dass Fraser, der sich selbst als leidenschaftlichen Apple-Fan bezeichnet, trotzdem noch vor einigen rechtlichen Hürden betreff der Patente und geschützten Warenzeichen steht.

Apple ist bekannt für den strengen Schutz seines geistigen Eigentums. Ohne Zaudern werden gegen kommerzielle wie auch private Hardware- und Softwareentwickler rechtliche Schritte wegen Urheberrechtsverletzung eingeleitet.

Bisher hat Fraser Apple noch nicht kontaktiert. "Ich wollte immer schon Macs bauen," erklärt Fraser. "Aber ich will sicherstellen, dass alles legal ist und brauche dafür Apples Unterstützung. Ich will dem Unternehmen ja nicht schaden."

Nackt oder voll ausgestattet

Fraser will das System in zwei Versionen anbieten.

Für 250 bis 300 USD soll die "nackte" iBox inklusive Case, Motherboard und Stromversorgung zu haben sein. Der Kunde kann sein Gerät mit seinem eigenen Prozessor, Speicher und Betriebssystem ausrüsten.

Eine voll ausgestattete iBox soll hingegen zwischen 650 und 2.000 USD, abhängig von der genauen Konfiguration, kosten. Auch Dual-Prozessor-Systeme sollen angeboten werden.