Boo.com vor Comeback

Dotcom-Untote
26.11.2006

Das berüchtigte Online-Shopping-Portal will 2007 einen Neustart versuchen.

Im Mai 2000 ging das Online-Kleiderhaus Boo.com als erste große europäische Dotcom-Pleite in die Geschichte ein. Den Gründer des Portals war es zuvor gelungen, in knapp 18 Monaten rund 120 Millionen Dollar an Risikokapital zu verbrennen.

Nun steht Boo.com vor einem Comback, berichtet TechCrunch.co.uk. Nach Angaben des Branchen-Weblogs ist ein Neustart im nächsten Jahr geplant.

Usability-Desaster

Das vom schwedischen Fotomodell Kajsa Leander und ihrem Landsmann Ernst Malmsten gegründete Online-Modehaus, das in 18 Ländern aktiv war, galt als Musterbeispiel für mangelnde Nutzerfreundlichkeit im Online-Handel. Die Flash-Site verursachte lange Ladezeiten und war auf Apple-Computern nicht abrufbar. Viele potenzielle Besucher bekamen so Miss Boo - einen Avatar, der die Kunden begrüßen sollte - gar nicht zu Gesicht.

Usability-Guru Jacob Nielsen beklagte damals die "Bildschirm-Verschmutzung" durch zahlreiche Pop-up-Fenster und konstatierte Boo.com, insgesamt "langsam und unerfreulich" zu sein.

"Gut eingeführter Name"

Ein schwedischer Branchenanalyst gibt dem Neustart der Site gute Chancen. Der Online-Handel habe sich in den vergangenen Jahren stark entwickelt.

Mittlerweile würden sich selbst Kleidungsstücke über das Netz gut verkaufen. Boo.com sei trotz der Negativ-Publicity im Gefolge der Pleite ein noch immer ein gut eingeführter Name, wird der Branchenbeobachter von TechCrunch zitiert.

Die Domain Boo.com wurde im Jahr 2000 samt den Markenrechten vom US-Online-Händler Fashionmall gekauft. Mittlerweile befindet sich die Internet-Adresse im Besitz der Irin Sinead Mooney.