03.04.2003

ERMITTLUNGEN

Bildquelle: EMTS

Ex-EMTS-Vorständen drohen Haftstrafen

Den Ex-Vorständen des durch Vorwürfe über Bilanzmanipulation und die Vertragskündigung durch Nokia arg in Bedrängnis geratenen börsennotierten Salzburger Handy-Dienstleisters EMTS Technologie, Franz Guggenberger, Marcel Eichmann und Christian Roitinger, drohen wegen Scheingeschäften und Umsatzmanipulationen angeblich Haftstrafen.

Das berichtet das Nachrichtenmagazin "Format" in seiner am Freitag erscheinenden Ausgabe.

Der auf Anordnung vom neuen EMTS-Vorstand Christian Rosner erstellte Prüfbericht enthalte neben E-Mails, Mitarbeiterinterviews, Aufsichtsratsprotokollen, Vorstandsverträgen und Kontoauszügen auch belastende Tondokumente.

Die ehemaligen EMTS-Vorstände hätten die Bilanzen demnach via Scheinrechnungen manipulieren lassen und etwa Rechnungen, denen keine Leistungen gegenüberstanden, ertragswirksam verbucht, heißt es im Bericht. Nach Bekanntgabe der Quartalsergebnisse seien die Rechnungen dann wieder storniert worden.

Auf Basis falscher Umsätze habe der ehemalige EMTS-Vorstand eine "erfolgsabhängige Prämie" erhalten, berichtet "Format" weiter.

Weiters seien Firmenkäufe in der Schweiz, Norwegen, Holland und Finnland - Betriebe, die mittlerweile in Konkurs sind - ohne "wirksame Genehmigungen des Aufsichtsrats" erfolgt.

"Eindeutiger Interessenkonflikt"

Im Falle Norwegens hätten die beiden EMTS-Gründer Guggenberger und Kluppenegger eine Firma verkauft, an der sie mehrheitlich beteiligt gewesen seien. Kluppenegger habe zudem als EMTS-Großaktionär auch persönliches Kapital geschlagen, indem Kluppeneggers Immobilienfirma "saftige Mietverträge" mit der EMTS abgeschlossen habe - laut KPMG ein eindeutiger "Interessenkonflikt".