Hoax-Dementi per SMS
Um falschen Gerüchten über die Lungenkrankheit SARS und ihre Auswirkungen auf Hongkong entgegenzutreten, haben die Behörden des Stadtstaates das für sie schnellste und effektivste System verwendet: Sie haben an alle Einwohner ein SMS geschickt.
Die Kurzmitteilung enthielt die Nachricht, dass das online verbreitete Gerücht, Hongkong sei wegen SARS zur "infizierten Stadt" erklärt worden, nicht richtig sei.
¿Wir wollten unsere Nachricht so schnell wie möglich verbreiten, um die Ängste zu lindern", so Terence Yu, Sprecher des Informationsbüros.
SARS [Schweres Akutes Atemwegssyndrom] hat bis jetzt weltweit 78 Menschen das Leben gekostet, 2.200 weitere sollen daran erkrankt sein. In Hongkong sind bis jetzt 16 Menschen an der Krankheit gestorben, mehr als 700 sind daran erkrankt. Einige hundert Plätze in der Metropole mit 6,8 Millionen Einwohner mit fast ebenso vielen Handys sind in Quarantäne gestellt worden.
Mehr dazu in science.ORF.atGemischte Reaktionen
Die Nachricht wurde am Dienstag verschickt, nachdem ein Hoax über Hongkong als infizierte Stadt online erschienen war und die Bürger in Panik Essen und Vorräte hamsterten, da sie befürchteten, die Stadt würde geschlossen.
Die Reaktionen der Bürger waren gemischt, einerseits wurde die Nachricht als beruhigend, jedoch als zu spät empfunden, andere erfuhren erst durch die SMS von den Gerüchten.
Der Hoax wurde von einem 14-Jährigen "aus Spaß" gepostet, der dazu auch das Layout einer populären chinesischen Zeitung kopiert hatte. Er wurde mittlerweile verhaftet, beteuerte aber, dass er nicht davon ausgegangen sei, dass jemand die Nachricht glauben würde.
Der Inhalt der SMS
"Der Gesundheitsdirektor gab um 15.00 Uhr bekannt, dass es keinen Plan gebe, Hongkong zur infizierten Zone zu erklären."
Probleme bei Zustellung
Wegen des hohen Traffics sollen einige Nachrichten nicht oder erst sechs Stunden später angekommen sein. Die Regierung will nun mit den Mobilfunkbetreibern über eine Verbesserung der Zustellung für etwaige weitere Einsätze sprechen.
