Kommission für Jugendschutz konstituiert
Am Mittwoch hat sich in Erfurt die neue deutsche Kommission für Jugendmedienschutz [KJM] konstitutiert. Damit wurde erstmals eine gemeinsame Aufsicht für Rundfunk und Internet geschaffen.
Das zwölfköpfige Gremium, in dem Vertreter der Landesmedienanstalten sowie von Bund und Ländern sitzen, soll die Einhaltung des Jugendschutzes sowie die Selbstkontrolle durch Veranstalter und Anbieter überwachen.
Damit werde die Zusammenarbeit zwischen der staatlichen Aufsicht und den Einrichtungen der Selbstkontrolle verbessert, erklärte der KJM-Vorsitzende Wolf-Dieter Ring, der gleichzeitig Präsident der bayerischen Landeszentrale für neue Medien ist.
Vor fast einem Jahr, im April 2002, erschoss der 19-jährige Robert Steinhäuser am Erfurter Gutenberg-Gymnasium 16 Menschen. Sein Faible für das PC-Game "Counterstrike" führte bald zur Verurteilung eines ganzen Spielgenres.
Ballerspiele und Internet auf der Anklagebank"Großes Bewusstsein" in Erfurt
Der Ministerpräsident von Thüringen, Bernhard Vogel, [CDU], erklärte, es müsse alles unternommen werden, um der Darstellung von Gewalt in den Medien besser Herr werden zu können. Zugleich müssten die Anbieter elektronischer Medien das bereits im Printbereich bewährte Modell der Selbstkontrolle erfolgreich umsetzen.
Vogel sagte, gerade in Erfurt gebe es nach dem Schulmassaker ein großes Bewusstsein für die Notwendigkeit eines effektiven Jugendschutzes. Die Geschäftsstelle der KJM hat ihren Sitz künftig in der thüringischen Landeshauptstadt.
