Raubkopierer kosten IT-Branche Jobs
Durch eine zehnprozentige Reduktion der Raubkopien in Österreich von derzeit 33 auf 23 Prozent der gesamten gewerblichen Software könnten 3.600 Arbeitsplätze geschaffen werden.
Das behauptet zumindest der Industrieverband Business Software Alliance [BSA], der eine Studie bei IDC in Auftrag gegeben hatte.
Außerdem würde der österreichische IT-Markt demnach bis 2006 um 42 Prozent von 5,7 auf 8,1 Mrd. Euro wachsen - ohne Zehn-Prozent-Reduktion der Piraterie lediglich auf 7,6 Mrd. Euro.
Piraterieschaden: 47 Mio. Euro
Durch Computer-Piraterie entstand der heimischen IT-Branche 2001
angeblich ein Schaden von 47 Mio. Euro.
BSAIn den 80er Jahren habe die Piraterie "vielleicht" geholfen, ein Programm populär zu machen und "somit eine kritische Masse zu erreichen", sagte BSA-Zentraleuropa-Manager Georg Herrnleben. "Doch heute muss man den Menschen klarmachen, dass Raubkopien kein Kavaliersdelikt sind und gegen das Urheberrecht verstoßen." Die BSA fordert vor allem auch vom Gesetzgeber wirksame Strafen gegen Software-Raub.
Im Gespräch mit der fuZo geht er näher auf die Berechnungsmethoden ein: "Wir vergleichen pro Jahr die ausgelieferte Hardware, die verkaufte Software und die tatsächliche gewerbliche Software-Nachfrage", so Herrnleben.
Gegen Raubkopierer im Businessbereich
Die Logik, Raubkopierer würden die Software ohnehin nicht kaufen, wenn sie nicht gratis erhältlich wäre, würde er "gerade noch" im privaten Bereich akzeptieren. "Im gewerblichen Bereich ist dies jedoch absolut nicht akzeptabel." Wenn etwa ein Grafiker behaupten würde, er würde nicht Adobe Photoshop verwenden, wenn er dafür zahlen müsste, hält Herrnleben das für Unsinn.
In Österreich ist der Gesetzgeber bereit, das "Urheberrecht der Hersteller zu respektieren". Die Regierung lockt die BSA mit der Aussicht auf 445 Mio. Euro mehr an Einnahmen für das Finanzministerium bei Reduktion der Piraterie.
IT-Firmen konnten im Jahr 2001 mit Schadenersatzklagen gegen Software-Piraten insgesamt rund 300.000 Euro einnehmen. "Der Schadenersatz macht etwa das Doppelte der Anschaffungskosten für die Software aus, dazu kommt dann die reguläre Installation der Programme - also dann das Dreifache", warnt Herrnleben.
