Schweiz ändert Irak-Kriegsopfer-Projekt
Letzte Woche hatte die Schweiz angekündigt, ab Montag eine Liste mit den zivilen Opfern des Irak-Krieges im Internet zu veröffentlichen und laufend zu aktualisieren.
Das Projekt wird nun zurückgezogen. Laut der Website des Departements für auswärtige Angelegenheiten [EDA] zeigten sich bei der Umsetzung dieses Vorhabens "methodische Hindernisse".
Unklare oder manipulierte Informationsquellen, die eine verlässliche Verifizierung in vielen Fällen unmöglich machen, würden bei gewaltsamen Konflikten ein schwer überwindbares Problem darstellen, sowohl für Medienschaffende als auch für humanitäre Akteure.
Das EDA hat nun die "International Humanitarian Law Research Initiative" beauftragt, ein Projekt zur "systematischen Erfassung von objektiven Informationen über Kriegsauswirkungen auf die Zivilbevölkerung und rechtliche Analysen über das humanitäre Völkerrecht im Irak" auszuarbeiten.
International Humanitarian Law Research InitiativeTemporäres Informationszentrum
Im Zentrum des Projekts steht laut EDA der rasche Aufbau eines temporären Informationszentrums in der Golfregion, das an Ort und Stelle verifizierte Angaben zur Lage der Zivilbevölkerung und zur Anwendung des humanitären Völkerrechts beschaffen soll, um diese den Medienschaffenden sowie Mitarbeitern von humanitären Organisationen zur Verfügung zu stellen.
