31.03.2003

BÖRSE

Bildquelle: LM

UPC-Mutter verklagt Vivendi

Liberty Media klagt Vivendi Universal auf Schadenersatz wegen des Verfalls des Aktienkurses nach der Liquiditätskrise des französischen Medienriesen.

Die Klage bezieht sich auf einen Deal zwischen Vivendi und Liberty im Dezember 2001 bei der Übernahme von USA Networks. Damals wurde Liberty durch den Umtausch seines 21-prozentigen Anteils bei USA Networks in Vivendi-Aktien zu einem der größten Gesellschafter des französischen Konzerns.

Liberty behauptet nun, die Liquiditätskrise sei schon damals bekannt gewesen. Dass die Klage die Verhandlungsposition des US-Konzerns beim Kauf von Anteilen der Entertainment-Sparte von Vivendi stärken soll, weist Liberty zurück.

Vorwürfe an den Ex-Chef

Die Schadenersatzklage baut auf dem Vorwurf auf, der ehemalige Vivendi-Chef Jean-Marie Messier und der Ex-Finanzchef Guillaume Hannezo hätten zum Zeitpunkt des Deals bereits von der Liquiditätskrise des Konzerns gewusst.

Die finanzielle Situation sei bei den Verhandlungen verschleiert worden. Etwa sechs Monate später wurde die Liquiditätskrise bekannt. Seither hat Vivendi massiv mit dem Verkauf von Konzernbeteiligungen begonnen.

Der Vivendi-Anteil von Liberty sei auf einen Wert von 546 Mio. Dollar gefallen, ein Wertverlust von über 70 Prozent seit dem Abschluss des Deals im Mai vergangenen Jahres.

Bei Vivendi zeigte man sich "überrascht" über die Klage, weil sie nur einen Tag nach Verhandlungen mit Liberty-CEO Robert Bennett bekannt wurde. Der französische Konzern wolle sich gegen den Schritt "energisch" zur Wehr setzen, die Klage entbehre jeglicher Grundlage.