Siemens wird Problemsparte nicht los
Der deutsche Technologiekonzern Siemens scheitert mit dem Verkauf seiner hoch defizitären Unternehmensnetzwerksparte Enterprise Networks. Beobachter sehen darin eine Folge der BenQ-Mobile-Pleite.
Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, hat Siemens die Gespräche über den Verkauf seiner Sparte Enterprise Networks, die rund 16.000 Mitarbeiter beschäftigt, mit den Finanzinvestoren Permira und Apollo Management abgebrochen.
Die Zeitung beruft sich auf mit den Verhandlungen vertraute Personen. Der Verhandlungsstopp soll bereits vor zwei Wochen erfolgt sein. Permira und Apolla waren die letzten ernsthaften Bieter.
"Kalte Füße" nach BenQ-Pleite
Siemens-Chef Klaus Kleinfeld hätte bei einem Verkauf an die Investoren neuen Aufruhr in der Öffentlichkeit befürchten müssen, hieß es in dem Zeitungsbericht weiter. "Nach dem Ärger mit BenQ hat Siemens kalte Füße bekommen."
Mitgift in dreistelliger Millionenhöhe
Um Enterprise Networks zu verkaufen, hätte Siemens demnach eine Mitgift in dreistelliger Millionenhöhe zahlen müssen.
"Die Struktur wäre so ähnlich wie bei BenQ gewesen", sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Person der Zeitung. Das bedeute, dass die Investoren wie BenQ zusätzlich zum negativen Kaufpreis eine Liquiditätsgarantie gefordert hätten.
Die Investoren und Siemens lehnten einen Kommentar ab.
BenQ Mobile hatte vor einigen Wochen Insolvenzantrag gestellt, nachdem die taiwanesische Mutter BenQ Corp. dem Unternehmen den Geldhahn zugedreht hatte. Zwei Drittel der rund 3.000 Beschäftigte in Deutschland haben dadurch ihre Jobs verloren.
(AFP)
