Wurmangriff auf "Second Life"

Attacke
20.11.2006

"Grey Goo" legt kurzzeitig die virtuelle Spielewelt "Second Life" lahm.

Das Online-Spiel "Second Life" wurde in der Nacht auf Montag vom sich selbst replizierenden Wurm "Grey Goo" befallen.

"Grey Goo"

Der nach einem hypothetischen Weltuntergangsszenario aus der Science-Fiction-Literatur benannte Eindringling setzte in der virtuellen Welt goldene Ringe frei. Dadurch wurden die Server der virtuellen Spielewelt belastet. Die Interaktion der Nutzer mit den Ringen verlangsamte die Performance des Metaversums zusätzlich.

Log-ins gesperrt

Die "Second Life"-Betreibergesellschaft Linden Lab sperrte daraufhin für rund 30 Minuten die Log-ins und entfernte den Eindringling.

Virtuelle Welt mit "realer Ökonomie"

"Second Life" ist eine virtuelle 3-D-Welt, die seit 2003 öffentlich zugänglich ist. Derzeit sind rund1,2 Millionen Nutzer im Metaversum registriert. Die Mitgliederzahl wächst jeden Monat um fast 30 Prozent. Auch zahlreiche Unternehmen haben sich im Online-Spiel niedergelassen.

Die Spieler des Massive Multiplayer Online Game [MMOG] können ihre "Welt" weitgehend selbst gestalten. Um Grundstücke und Einrichtungsgestände im Metaversum hat sich ein reger Handel entwickelt.

Als Währung fungieren Linden-Dollars, die auch gegen US-Dollars umgetauscht werden können. Täglich wechseln auf diese Art rund 135,5 Millionen Linden-Dollar [500.000 US-Dollar] ihren Besitzer. Die Wirtschaft der virtuellen Welt wächst monatlich um zehn bis 15 Prozent.