Heimische Industrie profitiert vom Web
Österreichs Industriebetriebe sind zunehmend vernetzt. Der Breitbandanschluss gehört in vielen Unternehmen bereits zur Standardausstattung, auch Internet-Telefonie, Online-Banking und Videokonferenzen werden immer häufiger geschäftlich genutzt.
Der Dachverband der österreichischen Internet-Service-Provider [ISPA] hat eine Studie zur Bedeutung von Internet-Technologien für österreichischen Industrieunternehmen in Auftrag gegeben, deren Ergebnisse am Montag vorgestellt wurden.
37 Prozent nutzen VoIP
Rund 47 Prozent der dafür vom Marktforschungsinstitut IFES befragten CEOs und CIOs schätzten neue Technologien als "sehr bedeutend" für ihr Unternehmen ein, 46 Prozent als "eher bedeutend".
Neben den klassischen Nutzungsbereichen wie E-Mail und Info-Recherche nutzen bereits heute 37 Prozent der Industrieunternehmen VoIP sowie 19 Prozent der Firmen regelmäßig Videokonferenzen über Internet-Technologie.
Bei der Finanzabwicklung setzen bereits 79 Prozent der Unternehmen auf das Web.
Bei der privaten Nutzung sieht es in Österreich etwas anders aus: Ein Fünftel aller Haushalte surft mit schnellem Breitband, einem weiteren Fünftel reicht Schmalband. Der Rest ist offline und sechs Prozent wissen erst gar nicht, was Internet ist.
Wachstumspotenzial besteht
Wachstumspotenzial sehen die Unternehmen vor allem beim mobilen Internet, bei der elektronischen Rechnungslegung und im noch stärkeren Einsatz von VoIP.
Besonders stark an Bedeutung werden diese Internet-Dienste der Studie zufolge bei international organisierten Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitern gewinnen.
Investition für mehr Effizienz
Über zwei Drittel der befragten Unternehmen gaben im Jahr 2005 bis zu 20 Prozent ihres jährlichen Investitionsvolumens für Internet-Technologie-Einsatz aus. Für 2006 rechnen sie mit einem gleich bleibenden Volumen.
Generell sind sich die Befragten einig, dass der Technologieeinsatz die "Effizienz" und die "Schnelligkeit der Arbeitsabläufe" steigert und die "Wettbewerbsfähigkeit/das Bestehen auf dem Markt" sichert. Der Aspekt "Kostenoptimierung" steht in Relation dazu nicht im Vordergrund.
Die ISPA versteht sich als Interessenvertretung und Sprachrohr der österreichischen Internet-Wirtschaft gegenüber Regierung, Behörden und anderen Institutionen, Verbänden und Gremien und soll die Kommunikation der Marktteilnehmer untereinander verstärken.
"Höhepunkt noch nicht erreicht"
"Die heimischen Betriebe bewegen sich bei der Nutzung von Internet-Technologien bereits heute auf einem sehr hohen Niveau, der Höhepunkt ist aber noch lange nicht erreicht. Umso wichtiger ist es, dem Wirtschaftsfaktor Internet einen entsprechenden Stellenwert in der Politik zukommen zu lassen", kommentierte ISPA-Präsident Roland Türke das Ergebnis.
