Keine IMAX-Spielfilme in Europa
Im Gegensatz zu Nordamerika werden die IMAX-Kinos in Europa auf absehbare Zeit keine Spielfilme zeigen. Das bestätigte jetzt die Pressesprecherin des Wiener IMAX, Barbara Blohberger:
"Einerseits wären Investitionen von etwa 30.000 USD pro Kino erforderlich. Hauptsächlich aber ist es eine ideologische Frage. Unsere Positionierung in Europa ist ganz eine andere als in den USA."
Dort seien die IMAX-Kinos meist in Multiplexen untergebracht, wo Spielfilme eher dazupassen würden.
Im Herbst war auf dem internationalen Kongress der "Giant Screen Threatre Association" anlässlich deren 25-jährigen Jubiläums mit den ersten beiden IMAX-Spielfilmen "Apollo XIII" und "Star Wars ¿ Episode II" eine neue Technologie namens DMR vorgeführt worden, die hochauflösende Spielfilmvorführungen ermöglicht. Doch die Reaktionen der europäischen IMAX-Betreiber waren eher zurückhaltend, berichtet Blohberger: "Wir wollen nicht zum Second-Hand-Shop für die 35-mm-Filmindustrie werden." Sie könne nicht ausschließen, dass sich irgendwo in Europa ein IMAX-Betreiber doch zu Spielfilmen entschließe, aber sehr wahrscheinlich sei das nicht. "Die Stimmung war einfach sehr verhalten."
Krieg der Sterne im IMAX-Format100 Kilogramm Film
Ein herkömmlicher IMAX-Dokumentarfilm dauert 40 Minuten. Die Filmrolle hat dabei ein Gewicht von etwa 100 Kilogramm.
Längere Spielfilme würden entsprechend größere und schwerere Filmrollen bedeuten, wofür Motoren, Steuerungen, Drehteller und anderes ausgewechselt werden müssten.
Das DMR-Verfahren [Digital Re-Mastering] nutzt die herkömmlichen 35-mm-Filme als Vorlage. Die einzelnen Bilder werden in hoher Auflösung eingescannt. Ein spezielles Computerprogramm macht die Aufnahmen schärfer und modifiziert die Farben. Auch der Ton wird digital bearbeitet. Das Endprodukt wird schließlich auf das größte Filmformat, 70 mm mit 15 Perforationslöchern, übertragen.
