23.03.2003

PROTESTE

Bildquelle: waldt

Telekom-Desaster in Ghana

Die Telekommunikations-Infrastruktur ist in vielen Teilen Afrikas noch überhaupt nicht entwickelt. In den versorgten Gebieten stellt sie einen wichtigen Wirtschafts- und Standortfaktor dar ¿ wenn sie funktioniert.

Besonders desaströs scheinen die Zustände in Ghana zu sein. Ghana Telecom [GT] hat in dem 20-Mio.-Einwohner-Land erst etwa eine Viertelmillion Festnetzanschlüsse gelegt und ist hoch verschuldet.

Provider offline

Doch auch die Europäer mussten ihre ursprünglichen Pläne für die Installation von 400.000 Leitungen inzwischen begraben, da die geschätzten Verluste von GT von einer Mio. USD pro Woche derzeit keine solchen Investitionen erlauben.

Dafür hat man kurzerhand die Telefonleitungen aller Internet-Provider des Landes stillgelegt, da man ihnen vorwirft, durch VoIP-Services Ghana Telecom massive Umsatzeinbußen zu bescheren.

Letzte Woche wurde es einigen Kunden zu bunt. Eine aufgebrachte Menschenmenge demonstrierte und beklagte sich gegen das in den letzten Monaten noch schlechter gewordene Service.

Die Mitarbeiter eines Service-Points schlossen sich aus Angst vor der Rache ihrer Kunden sogar ein. Kwame Karikari, ein Sprecher der Demonstrierenden, sagte, Ghana Telecom hätte stets nur Ausreden gebraucht, aber nichts zur Verbesserung der Situation unternommen.