Der Rückkanal per Satellit
Raisting in Oberbayern war einst so etwas wie ein Pilgerort für Technikfans. Großen Eindruck machten die riesigen Parabol-Schüsseln, die Signale in den Weltraum zu einem fernen Satelliten schicken.
Was einst als technisches Wunder bestaunt wurde, soll künftig auch mit den kleinen Satellitenschüsseln auf dem heimischen Hausdach möglich sein. Sie sollen zu den in 36.000 Kilometer Entfernung befindlichen Satelliten senden und damit die Fernsehzuschauer mit den Fernsehstationen verbinden.
Das Projekt heißt SATMODE, was für Satelliten-Modem steht. Entwickelt wird der Rückkanal per Satellit vom Satellitenbetreiber ASTRA zusammen mit der Europäischen Raumfahrtbehörde ESA und anderen Partnern für die neuen digitalen Set Top Boxen, die nach dem Digital Video-Broadcasting System arbeiten.
Offenes System
SATMODE soll ein offenes System sein, welches europaweit von Fernsehsendern und anderen Programmanbietern angewendet werden kann. Es wird in Konkurrenz treten zu Telefonleitung, Kabelnetz und einigen anderen Projekten, etwa dem Stromkabel.
Joel Grotz, System-Planer bei SES-ASTRA: "Im Moment haben wir schon einen Satelliten, mit dem das möglich wäre. Es ist nämlich der Astra 1 H, der hat schon Ka-Band Kapazität und das ist die, die wir benutzen wollen, um dieses System aufzubauen.
Der Astra 1 H wäre auf 19.2 Grad Ost stationiert, da, wo auch heute der meiste Satellitendirektempfang in Europa stattfindet. Die Information kommt vom Satellit über eine Bodenstation, die in Zentraleuropa gelegen sein muss, zum Studio zurück."
Heute 22:30 im Ö1-Magazin matrix
Vom Rückkanal per Satellit bis zum terrestrischen
Digitalfernsehen: Im zweiten Beitrag geht es um DVB, das digitales
TV über die Hausantenne verbreitet. Der erste Versuch findet im
Herbst in Graz statt. Was das Radio der Zukunft leisten kann,
präsentiert die neu eröffneten Ausstellung "medien.welten" im
Technischen Museum Wien.
matrix - computer & neue medien
