YouTube geht gegen TechCrunch vor

Verwarnung
15.11.2006

Weil das US-Weblog TechCrunch ein Tool zum Herunterladen von Video-Clips von der Online-Videoplattform YouTube verlinkt hatte, hat dessen Betreiber Post von den Anwälten des Unternehmens bekommen.

Michael Arrington, dem Betreiber des Weblogs TechCrunch, flatterte am Mittwoch eine Mail der YouTube-Anwälte in den Posteingang. Darin wurde Arrington aufgefordert, den Hinweis auf Online-Tools, die das Geschäftsmodell der Videoplattform stören, künftig zu unterlassen.

Video-Download

Arrington hatte vor kurzem auf TechCrunch ein Tool bereitgestellt, das den Download von YouTube-Videos auf die Festplatte erlaubt.

Download-Tools

Ähnliche Werkzeuge gibt es im Netz zuhauf. So lassen sich etwa auch mit iTube und PodTube YouTube-Videos auf die Festplatte laden und für den iPod konvertieren.

Auch beim Download von YouTube-Videos auf Mobiltelefone helfen Online-Tools. So konvertiert etwa die Anwendung TinyTube Video-Clips von der Online-Videoplattform in das Handy-Videoformat 3GP.

Nutzungsbedingungen

Arrington zeigte sich zunächst verwundert. Anders als die YouTube-Anwälte ist er davon überzeugt, dass sich die Bereitstellung und der Verweis auf die Tools durchaus im Einklang mit den Nutzungsbedingungen der Videoplattform befänden.

Denn dort heißt es lediglich, dass der Download von Videos aus dem Angebot von YouTube erlaubt sei, solange die Videos nicht weiterverbreitet werden und der Hinweis auf den Urheber erhalten bleibt.

Die Anwälte verweisen in ihrem Schreiben jedoch darauf, dass YouTube-Videos nicht heruntergeladen werden dürfen.

Ein Passus, der sich in den Nutzungsbedingungen der Online-Videoplattform so nicht findet.

Seitenhieb

Nun überlegt Arrington, den Hinweis auf die Tools aus seinem Weblog zu entfernen. Davor will er allerdings mit seinen Anwälten sprechen.

Einen Seitenhieb wollte sich Arrington dann doch nicht verkneifen: Es sei bemerkenswert, dass ausgerechnet YouTube, das wegen der Veröffentlichung nicht lizenzierter Videos in den vegangenen Wochen mehrfach unter Beschuss geriet, nun offenbar dazu übergeht, andere der Urheberrechtsverletzung zu beschuldigen.

Zuletzt forderte die deutsche Verwertungsgesellschaft Gema Lizenzgebühren für Videos, die auf der jüngst von Google gekauften Online-Plattform veröffentlicht wurden.