Mobilcom weiter mit Milliardenverlust
Der angeschlagene Mobilfunkanbieter Mobilcom hat das vergangene Jahr mit einem Milliardenverlust abgeschlossen. Bei einem Umsatz von rund zwei Milliarden Euro summierte sich unter dem Strich ein Minus von 3,4 Milliarden Euro.
Das größte Loch in die Kasse haben demnach die Abschreibungen auf die UMTS-Lizenzen gerissen. Ohne die Wertberichtigungen hätte Mobilcom nach eigenen Angaben einen Verlust von 504 Millionen Euro ausgewiesen.
Im November vergangenen Jahres hatte die vor der Pleite gerettete Mobilcom finanziell den Schlussstrich unter ihr UMTS-Abenteuer gezogen. Die vollständige Abschreibung des UMTS-Vermögens kostete die Büdelsdorfer 9,9 Milliarden Euro. Auf der Haben-Seite verbuchte die Firma 7,1 Milliarden Euro vom französischen Großaktionär France Telecom.
Mobilcom wird UMTS-Lizenz nicht losWeniger Filialen und Kunden
Nach dem Ausstieg aus dem UMTS-Geschäft und der Entschuldung durch Großaktionär France Telecom sollen unter anderem Personalabbau und Filialschließungen zur weiteren Sanierung des Unternehmens beitragen.
Allein seit Jahresbeginn wurden demnach 30 von einst 275 Mobilcom-Geschäften in Deutschland geschlossen.
Gesunken ist im Jahr 2002 auch die Zahl der Mobilfunkkunden des Unternehmens - von mehr als fünf auf knapp 4,8 Millionen.
Erklärt wird das mit der "Ausbuchung" von Kunden, die nicht telefoniert hätten, und dem begrenzten Budget für die Werbung neuer Kunden.
2003 soll operativen Gewinn bringen
In diesem Jahr solle es wieder bergauf gehen, hatte Firmenchef
Thorsten Grenz erst vor wenigen Tagen versprochen. "Wir werden beim
Ergebnis im ersten Halbjahr vor Zinsen die Nulllinie durchstoßen, im
Gesamtjahr werden wir zum ersten Mal seit Jahren positiv sein",
kündigte er an.
Mobilcom hofft auf operativen Gewinn
