KMUs ziehen positive Cebit-Bilanz
Trotz stark sinkender Besucherzahlen hat sich besonders für den Mittelstand der Auftritt auf der weltgrößten Computermesse Cebit gelohnt.
Mittelständische Unternehmen berichteten am Mittwoch von konkreten Verträgen, guten Geschäften und viel versprechenden Gesprächen. Der mittelständische deutsche Softwarehersteller Softengine aus dem süddeutschen Hauenstein zeigte sich besonders zufrieden. Die diesjährige Cebit sei die erfolgreichste Messe der zehnjährigen Firmengeschichte gewesen, hieß es.
Händlerzahl um zehn Prozent erhöht
"Wir hatten noch nie so viele qualifizierte Besucher am Stand,
die nach konkreten Geschäften suchen", sagte Geschäftsführer
Matthias Neumer. "Wir haben auf der Cebit so viel Partnergeschäft
angebahnt wie sonst innerhalb von zwei Monaten." Das Unternehmen
habe auf der Messe seine Händlerzahl um zehn Prozent auf 120
Vertriebspartner ausbauen können.
CebitProfiinteresse an Wasserkühlung
Ähnliches erzählt Rudolf Mörk-Mörkenstein, Geschäftsführer der österreichischen Firma Cool Structures. Das Unternehmen entwirft, lizenziert und baut Flüssigkeitskühlungen für Elektronikkomponenten. Die bekannteste Anwendung, die Wasserkühlung für PCs, war auf der Cebit ein Renner. "Noch letztes Jahr hat diese Methode eher Erstaunen hervorgerufen", so Mörk-Mörkenstein im Gespräch mit der futureZone. "Heuer hatten wir allerdings eine Reihe professioneller Kontakte."
Überhaupt sei die Cebit heuer von weit professionellerem Publikum durchsetzt gewesen. "Wir hatten viele Anfragen von Händlern, aus Deutschland, Kroatien über Rumänien bis hin zu Japan", so Mörk-Mörkenstein weiter. Cool Structures hat den Stand mit dem PC-Spezialisten Rascom und dem Workstation-Bauer Hirner geteilt. Beide Unternehmen setzen die Flüssigkeitskühlung von Cool Structures ein.
"Wir bieten unsere Technolgie auch für Serverracks an. So sind wir derzeit in der Lage, die Hitze von 68 Xeon-CPUs und damit eine Verlustleistung von fast 10.000 Watt mit Hilfe eines einzelnen Systems abzuführen."
Irak-Krise kein Thema
Mörk-Mörkenstein hat auch eine "große Zahl von Besuchern aus
Fernost" beobachtet. Waren die asiatischen Länder in den letzten
Jahren gerade noch mit staatlichen Gemeinschaftsständen vertreten,
so würden die Asiaten heute ein Drittel der Hardware-Hallen füllen.
Generell war der Besucherstrom "deutlich herabgesetzt", dafür habe
die Messe in puncto Besucherprofessionalität gewonnen. Die
Irak-Krise, so Mörk-Mörkenstein, war auf der Messe kein Thema.
Cool StructuresAuch große Unternehmen zufrieden
Ähnlich zufrieden äußerte sich auch Wilken, Softwareproduzent aus Ulm. "Für ein mittelständisches Unternehmen mit knapp 200 Mitarbeitern ist ein Cebit-Messeauftritt eine große Investition", sagte Geschäftsführer Andreas Lied. "Umso mehr freuen wir uns über die Geschäftsabschlüsse und rund 20 Prozent mehr Kontakte am Stand."
Während der Messe habe das Unternehmen Vertragsabschlüsse unter anderem mit 260 deutschen Sparkassen und anderen Firmen bekannt geben können und Aufträge im Gesamtwert von mehr als 3,5 Millionen Euro gesichert.
Auch die großen Unternehmen zogen eine positive Bilanz.
Birgit Opladen, Sprecherin des Handyherstellers Nokia, sagte: "In den ersten drei bis vier Tagen haben wir einen Besucherzuwachs von bis zu zehn Prozent registriert." Sie hätten sich verstärkt für neue Produkte interessiert und seien intensiver mit den Nokia-Fachleuten ins Gespräch gekommen. Der Renner am Stand sei das Spielehandy "Nokia-N-Gage" gewesen sowie Bildhandys.
Siemens-Sprecherin Andrea Rohmeder lobte vor allem die hohe Qualität der Gespräche. "Der Stand war sehr gut besucht, vor allem von Fachbesuchern", sagte sie. Im Festnetz-Bereich sei das Interesse an den Breitband-Produkten sehr hoch gewesen. "Lifestyle-orientierte Endprodukte" wie die neuesten Handys seien sehr gut nachgefragt worden.
