19.03.2003

VIRTUAL

Bildquelle: WP

3-D-Simulationen für Piloten

Die US-Armee setzt vor dem wahrscheinlichen Irak-Krieg auf virtuelle 3-D-Kriegsschauplätze, um Piloten und Soldaten auf ihre Missionen vorzubereiten.

Mehrere Systeme sind für verschiedene Anwendungen im Einsatz.

Die 3-D-Umgebung "Topscene" wurde speziell für die Vorbereitung von Piloten entwickelt. Hersteller ist SGI, das sowohl Hard- als auch Software zur Verfügung stellt.

Da Piloten bei durchschnittlichen Geschindigkeiten zwischen 700 und 1.000 km/h nur wenig Zeit haben zu reagieren, werden sie mit Topscene auf ihre Einsätze vorbereitet.

Die Technologie kam erstmals während des Golfkrieges zum Einsatz und benötigte damals noch vier kühlschrankgroße Rechner an Bord eines Flugzeugträgers. Heute reicht ein größerer Rechner von SGI; abgespeckte Versionen haben auch auf einem Laptop Platz.

Im Golfkrieg waren erst zwei Topscene-Installationen im Einsatz, derzeit sind es mehr als 300.

Als Datenträger kommen externe Festplatten-Arrays zum Einsatz. Um den Einsatzort zu wechseln, wird einfach das Array ausgetauscht.

RealSite für Soldaten

Eine andere Anwendung, RealSite, wird dazu verwendet, die Infanterie virtuell im Einsatzgelände trainieren zu lassen. Das System wurde von der australischen Firma Harris Corporation entwickelt. Bereits im Vorfeld der Irak-Krise wurde ein Modell von Bagdad dreidimensional umgesetzt. Damit können Soldaten virtuell durch die komplette Stadt navigieren, die Präsidentenpaläste eingeschlossen.

Als Grundlage für das 3-D-Modell wurden Satellitenbilder herangezogen. Das Militär ist über die Möglichkeiten der 3-D-Umgebungen begeistert, wiegt aber ab: "Im Kampf rennt man nicht auf der Straße herum, sondern versucht, möglichst wenig Zeit darauf zu verbringen. Sobald ich mich aber in einem Gebäude befinde, bin ich wieder auf mich allein gestellt. Es gibt noch kein 3-D-System, das auch die Innenräume jedes Gebäudes zeigt", so William Banker, Chef der digitalen Abteilung in Fort Bragg.

Die 3-D-Technologie ist beim Militär seit rund zehn Jahren im Einsatz. Heutzutage würden vor allem Piloten erwarten, jeden Einsatz vorher dreidimensional gezeigt zu bekommen, so die US-Airforce. Kosten spielen auch beim Militär eine Rolle: Während eine Notebook-Installation von Topscene mit 1.000 USD zu Buche schlägt, kostet eine volle Ausrüstung samt Pseudocockpit rund 300.000 USD. RealSite kann je nach Installation bis zu fünf Mio. USD teuer werden.

Die Kosten für Satellitenaufnahmen sind im Preis allerdings noch nicht inkludiert.