Keine Gefahr bei GPS-Ungenauigkeit
Der drohende Irak-Krieg könnte auch Auswirkungen auf die zivile Nutzung des vom US-Militär entwickelten Satelliten-Navigationssystem GPS [Global Positioning System] haben.
Trotz aller Zusicherungen der Amerikaner, man werde sicherstellen, dass das System jederzeit zur Verfügung steht, fürchten Experten weiterhin, dass die US-Armee bereits vor Beginn eines Krieges die GPS-Signale kodieren könnte.
Um die Position der eigenen Truppen zu verschleiern, könnte somit absichtlich eine künstliche Ungenauigkeit bei der Satellitenortung geschaffen werden.
Unter Aufsicht des Pentagon
GPS ist ein satellitengestütztes Positionsbestimmungssystem, das
ursprünglich von den USA für militärische Zwecke eingerichtet wurde.
Es besteht aus 24 Satelliten, die Zeit- und Positionssignale
aussenden. Herr über das System ist nach wie vor der
US-Verteidigungsminister, der sich vorbehält, die Daten bei Krisen
oder kriegerischen Handlungen zu verschlechtern oder das System ganz
abzuschalten.
USA sichern GPS-Funktionsfähigkeit zuKeine Gefahr bei Ungenauigkeit
Betroffen wären die Luftfahrt, Autofahrer, Segler und Wanderer. In der Praxis drohe aber keine Gefahr, erklärte der Technische Direktor des Christophorus-Flugrettungsvereins, Wolfgang Burger, weil auch die weniger genaue Positionsbestimmung ausreiche.
An ein Abschalten der Systems sei nicht zu denken, so Burger. Die Folge wäre, "dass die gesamte zivile US-Luftflotte am Boden bliebe". Ohne GPS könnten die Maschinen nicht mehr fliegen.
Eine Ungenauigkeit von rund 100 Metern stellt für die Luftfahrt in Europa jedoch kein Problem dar, so der Techniker. "Die Luftstraßen sind breit genug, die Landeinformationen stammen direkt vom Flughafen."
Zusätzlich unterstützt das "Map Matching" die Orientierung - dabei wird die Position mit einer Straßenkarte verglichen.
Einzig Autofahrer könnten durchaus im innerstädtischen Bereich einige Meter zu spät auf das Abbiegen hingewiesen werden.
Europäische Alternative kommt 2008
Die EU will bis 2008 das Satellitensystem Galileo aufbauen.
Derzeit scheitert das Projekt am Streit über Zuständigkeiten und
Kostenaufteilung.
Galileo-Verhandlungen vorerst gescheitert
