Telefonica und Vodafone teilen Infrastruktur

TELEKOM
23.03.2009

Die Telekomkonzerne Vodafone und Telefonica wollen ihre Mobilfunknetze aus Kostengründen in mehreren europäischen Ländern künftig gemeinsam nutzen.

Es seien Kosteneinsparungen von Hunderten Millionen Euro in den nächsten zehn Jahren zu erwarten. Die Mobilfunkdienste werden aber nach wie vor unabhängig voneinander angeboten. Beide Unternehmen kündigten am Montag an, existierende Übertragungstechnik wie Mobilfunkmasten und Antennen gemeinsam nutzen und den Aufbau ihrer Netze in einigen Ländern zusammen vorantreiben zu wollen.

Dabei soll zunächst in Deutschland, Irland, Großbritannien und Spanien zusammengearbeitet werden, in Tschechien wird noch verhandelt. In Deutschland soll die gemeinsame Nutzung existierender Übertragungsstandorte intensiviert werden.

Beide Unternehmen nutzen entsprechende Infrastruktur bereits zum Teil gemeinsam mit anderen deutschen Netzbetreibern. Auch in Spanien teilen sich Telefonica und Vodafone bereits Mobilfunkmasten, Schaltkästen und Stromleitungen - diese Zusammenarbeit soll weiter ausgebaut werden.

In Großbritannien und Irland wollen Telefonica und Vodafone auch neue Übertragungstechnik gemeinsam aufbauen. Dies solle sobald wie möglich geschehen, sagte ein Vodafone-Sprecher in London. Einwände der Regulierungsbehörden würden nicht erwartet, da sich die Zusammenarbeit nur auf die Infrastruktur beziehe.

Kosteneinsparungen

Matthew Key, Unternehmenschef von Telefonica Europe, sagte, Telefonica und Vodafone träten weiter als Wettbewerber gegeneinander an, könnten den Kunden gleichzeitig aber eine bessere Netzabdeckung bieten. Die Netze könnten schneller ausgeweitet werden, Dienste wie mobile Breitbandverbindungen könnten einer breiteren Bevölkerung angeboten werden.

Auch von den Kosteneinsparungen sollen die Kunden beider Unternehmen profitieren. Das Geld soll in die Verbesserung von Produkten und Dienstleistungen gesteckt werden. Zudem werde der Umwelteinfluss durch die geringere Zahl von Funkmasten verringert.

In der vergangenen Woche war in britischen und spanischen Medien bereits über eine länderübergreifende Kooperation der beiden Telekomkonzerne spekuliert worden. Vodafone teilt sich bereits in zahlreichen Ländern die Infrastruktur mit anderen Betreibern. So arbeitet der Mobilfunkanbieter in Großbritannien zum Beispiel mit Orange, dem Mobilfunkarm von France Telecom, zusammen.

Aktien mit Gewinnen

Die Aktien von Vodafone legten rund zwei Prozent zu, die Papiere von Telefonica gewannen 1,3 Prozent. Die Papiere von Telekomausrüstern wurden hingegen belastet. Die Ericsson-Aktie gab an der Stockholmer Börse um zwei Prozent nach. "Damit sinkt der Bedarf für neue Kapazitäten, und das bedeutet einen geringeren Absatz von Basisstationen", sagte ein finnischer Analyst.

(Reuters/dpa)