Uni Klagenfurt mit Anti-Plagiat-Software
Die Universität Klagenfurt wird nach dem Bekanntwerden neuerlicher Plagiatsvorwürfe bei zwei Dissertationen eine spezielle Software zum Aufspüren kopierter Textpassagen anschaffen.
Entsprechende Produkte würden derzeit getestet, teilte die Universität am Montag mit. Weiters will man auch die bereits eingereichten Arbeiten der vergangenen fünf Jahre entsprechend prüfen. Die Universität habe jedoch kein Interesse an einer "Treibjagd" und wolle mit eventuell Betroffenen Kontakt aufnehmen sowie die Fälle "ohne mediale Hetze" korrekt abwickeln, erklärte Rektor Heinrich Mayr am Montag.
Auch andere österreichische Universitäten setzen auf Software, die Plagiate in wissenschaftlichen Abschlussarbeiten aufpüren soll. In Wien ist seit Anfang dieses Semesters das System MyDropBox des kanadischen Herstellers Sciworth im Einsatz.
Um neue Arbeiten der Studenten zu testen, sei es sofort erforderlich, "alle Abschlussarbeiten als digitale Version abzugegeben", kündigte Mayr an. Zur Prüfung der Texte der vergangenen fünf Jahre sei am Institut für Psychologie und im Studienrektorat die Zuweisung jeweils einer Stelle geplant.
Begonnen wird mit der Prüfung aller eingereichten Dissertationen. Diplomarbeiten sollen zunächst stichprobenartig bearbeitet, die Sichtung jedoch zur Gänze durchgeführt werden. "Diese Maßnahmen und Angebote bedeuten für uns einen zusätzlichen finanziellen Aufwand, den wir uns auch leisten müssen", ließ der Rektor via Aussendung wissen.
Der Salzburger Medienwissenschaftler und Plagiate-Jäger Stefan Weber hat in der Vorwoche zwei Dissertationen an der Uni Klagenfurt aus dem Jahr 2004 kritisiert, die zu großen Teilen aus dem Internet übernommen worden sein sollen. Sollte sich der Verdacht bestätigen, wird den beiden Betroffenen vermutlich der Doktortitel aberkannt werden. Im vergangenen August war an der Uni Klagenfurt eine Assistentin wegen eines Plagiatsvorwurfs entlassen worden.
(APA | futurezone)
