Opera-Chef kritisiert Microsofts IE8-Lösung

BROWSER-STREIT
10.03.2009

Der Chef des norwegischen Microsoft-Konkurrenten Opera hat auf die Ankündigung des Programmmanagers für Windows 7, dass der Microsoft-Browser Internet Explorer 8 (IE8) künftig deaktivierbar sein werde, reagiert: Das sei nicht genug.

Der Streit zwischen Microsoft und Opera tobt bereits seit einiger Zeit und landete sogar vor der EU-Kommission. Der Opera-Chef Jon von Tetzchner bezog am Montag zu Microsofts Ankündigungen, den Browser IE8 künftig deaktiveren zu können, Stellung: Microsoft müsse seinen Nutzern eine eindeutigere Wahl lassen.

Seit 1996 und der IE Version 3.0 lasst sich Microsofts Browser nicht mehr deinstallieren. Weil das US-Unternehmen den Internet Explorer kostenlos zusammen mit Windows ausliefert, ist jetzt ein Verfahren bei der EU-Kommission am Laufen. Das Unternehmen verletze gegen europäisches Kartellrecht, erklärte die Kommission zur Begründung. Das Unternehmen Opera ist nicht unschuldig daran, denn es hatte das Verfahren durch seine Beschwerde ausgelöst.

Browser-Alternativen ab dem Systemstart

Die jüngste Ankündigung von Microsoft, seinen Browser IE8 künftig deaktivieren zu können, reiche Opera nicht aus. Es sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber nicht annähernd genug, um den Schaden, den Microsoft dem Browser-Markt hinzugefügt habe, wiedergutzumachen, so Von Tetzchner. Der Opera-Chef würde einen anderen Lösungsansatz bevorzugen: Der Nutzer solle zwischen Browser-Alternativen frei wählen können, und sie nicht erst über IE8 runterladen müssen.

Von Tetzchner glaubt allerdings nicht daran, dass Microsoft freiwillig eine ordentliche Lösung im Browser-Streit anbieten werde. Wenn, dann müsse die EU-Kommission eine Lösung vorschlagen, so von Tetchner zu betanews. Für die Konsumenten wäre es sicherlich eine gute Sache, wenn sie schon beim Systemstart die Möglichkeit hätten, frei zwischen den Browsern zu wählen, meinte der Opera-Chef.

Mehr zum Thema: