Wolfram Alpha: Konkurrenz für Google

SUCHMASCHINE
09.03.2009

Wolfram Alpha wird sie heißen, die neuartige Suchmaschine des Mathematica-Erfinders Stephen Wolfram. Sie soll keine Dokumentenliste liefern, sondern konkrete Antworten auf Fragen. Der Start der Alphaversion ist für Mai geplant.

Der in London geborene Wolfram wurde durch seine Arbeiten an Mathematica und A New Kind Of Science (NKS) bekannt und hat sich ganz der Wissenschaft und Forschung verschrieben. Seit einigen Jahren arbeitet der 50-Jährige jetzt mit einem Team von etwa 100 Mitarbeitern an einem neuen Projekt: Wolfram Alpha. In einem Blog-Eintrag veröffentlichte Wolfram persönlich die ersten offiziellen Informationen über diese neue Art von Suchmaschine.

Antworten werden berechnet

Der Unterschied zu Google ist, dass sich die Suchmaschine der Inhalte im Web bedienen soll, um Antworten auf beliebige Fragen zu berechnen. Dabei sollen nicht bestimmte Phrasen oder Begriffe eingegeben, sondern die "natürliche Sprache des Webs" verwendet werden. "Ich bin glücklich, dass wir es mit einer Mixtur aus schlauen Algorithmen, Heuristik und linguistischen Entdeckungen geschafft haben, dass es funktioniert", schreibt Wolfram.

Schwieriger Entwicklungsprozess

Doch die Entwicklung bis dahin war laut Wolframgs eigenen Angaben nicht leicht: "Es hat sich als unglaublich schwierig herausgestellt, Computer dazu zu kriegen, dass sie mit der natürlichen Sprache umgehen können. Wir sind, um ein Beispiel zu nennen, noch sehr weit davon entfernt, dass Computer größere Volumen von natürlichen Sprachtexten im Web verstehen."

Erste Version geht im Mai online

Im Mai will Wolfram die Alphaversion seines Systems auf einer Website veröffentlichen. Wie Google wird diese ein einfaches Eingabefeld bieten, hinter dem sich allerdings "Billionen von Datensätzen und Millionen von Programmzeilen mit Algorithmen" verstecken. Wolfram glaubt mit dieser Erfindung an ein "neues Paradigma zur Nutzung von Computern und des Web".