Fastenzeit bei Handynutzung
Katholische Kirche ruft zum Verzicht auf
Kinder und Jugendliche sollten zur Fastenzeit ihren Handygebrauch einschränken: Statt Kinder auf Diät zu setzten, könnten sie auch durch ein "Fasten" beim Mobiltelefonieren den Verzicht üben, empfahl der Bischof der norditalienischen Diözese Modena, Benito Cocchi.
An jedem Freitag der Fastenzeit sollten Kinder auf SMS verzichten, um andere Formen persönlicherer Kommunikation zu fördern. Der Bischof kann mit der Unterstützung des katholischen Pfadfinderverbands AGESCI rechnen, der sich der Initiative angeschlossen hat, berichtete die römische Tageszeitung "La Repubblica" am Dienstag.
"Beitrag zur Suchtprävention"
"Ein solches Fasten kann auch ein Beitrag zur Suchtprävention sein", sagte der Bischof. Außerdem könne die Fastenzeit zur Übung im "Nichthabenmüssen" genutzt werden.
Die Missionare in Modena meinen, man müsse auch andere Gründe berücksichtigen wie die Verwendung von Coltan bei der Herstellung von Handys. 80 Prozent der Weltreserven befinden sich im Kongo. "Das Rennen um die Kontrolle dieses Minerals hat vier Millionen Tote in zehn Jahren verursacht", sagte der Missionar Francesco Panigadi.
Verzicht auf Auto, PC, Fernsehen und "Egozentrik"
Die Diözese von Trient schlägt für jeden Sonntag der Fastenzeit verschiedene Formen des Verzichts vor: Verzicht auf das Auto, auf den Computer, auf Alkohol und sogar auf "Egozentrik". "Jeder Christ sollte die Form des Verzichts wählen, die ihm entspricht", sagte der Erzbischof von Trient, Luigi Bressan.
Während die Diözese in Venedig den Verzicht auf Mineralwasser empfiehlt, schlägt ein junger Pfarrer in der norditalienischen Stadt Rivoli Fernsehverzicht vor. Er verteilte schwarze Tücher an die Kinder, mit denen bis Ostern die Fernsehgeräte in den Wohnungen abgedeckt werden sollen. Damit soll auch das Gespräch innerhalb der Familien gefördert werden.
(APA)
