Urteil bestätigt: Tele2-Werbung irreführend

MOBILFUNK
27.02.2009

Mobilfunkanbieter muss gut sichtbar auf Taktung hinweisen

Das Oberlandesgericht (OLG) Wien hat das Urteil des Handelsgerichts Wien gegen den Mobilfunkanbieter Tele 2 bestätigt, wonach dessen Blickfangwerbung als irreführend verboten worden war.

Auf die Auswirkungen einer Taktung 90/60 muss laut Urteil deutlich hingewiesen werden. Das teilte die Arbeiterkammer Vorarlberg (AK) am Freitag unter Berufung auf das OLG mit. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hatte das Verfahren im Auftrag der AK geführt.

"Blickfangartige Werbesprüche"

Tele2 bewarb seinen Tarif "Champion" mit blickfangartigen Werbesprüchen wie "Nur 1 Cent netz-intern" und "Nur 8 Cent in alle Netze". Der Tarif wurde aber nach einer Taktung 90/60 abgerechnet, daher bekam der Konsument für die erste angefangene Gesprächsminute jedenfalls den Preis für 90 Sekunden in Rechnung gestellt und bezahlte erst für jede weitere angefangene Gesprächsminute den Minutenpreis.

Hinweis im Kleingedruckten zu wenig

Der beworbene Minutenpreis traf laut Urteilsbegründung somit niemals zu, da selbst bei Kurztelefonaten mindestens eineinhalb beziehungsweise zwölf Cent anfielen. In der Werbung wurde dieser Umstand allerdings nicht erwähnt. "Lediglich in den Tiefen der Tele2-Website beziehungsweise im Kleingedruckten wurde auf die Taktung 90/60 hingewiesen", hieß es im Urteil.

Laut dem Berufungsgericht muss detailliert und gut sichtbar auf die Taktung hingewiesen werden - und zwar direkt in Zusammenhang mit der Werbeaussage. Nur so könne sich der Verbraucher bei seiner Kaufentscheidung darüber im Klaren sein. Der inzwischen geänderte Text auf der Tele2-Homepage "Mindestverrechnung 90 Sekunden, danach jeweils 60 Sekunden" genügt laut OLG nicht.

Tele2 nimmt Stellung

Der Festnetz- und Internetanbieter Tele2 hat im Zuge eines Gerichtsurteils wegen irreführender Werbung betont, dass sich das Urteil auf den bereits seit langem abgegebenen Mobilfunkbereich bezog und auf das Jahr 2006 zurück geht. Die vom Oberlandesgericht kritisierte Taktung gebe es ohnehin im Tele2-Festnetzangebot nicht, so das Unternehmen in einer Aussendung.

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(APA)