Deutsche AMD-Fabs gehen an Abu Dhabi über

KONZERNE
19.02.2009

Dresdner Werke von The Foundry Company übernommen

Die Aktionäre des Chipherstellers AMD haben die Auslagerung der Fabriken genehmigt und damit den Weg für Investitionen des Emirats Abu Dhabi freigemacht. Auch die beiden Werke in Dresden mit knapp 3.000 Mitarbeitern gehen auf das Gemeinschaftsunternehmen The Foundry Company über, erklärte ein Sprecher am Donnerstag in München. An der neuen Gesellschaft wird AMD 34,2 Prozent der Anteile halten, über die Investmentfirma ATIC beteiligten sich die Araber mit 65,8 Prozent. Die Stimmrechte sind gleichmäßig zwischen den Partnern aufgeteilt.

AMD benötigte für die Abspaltung zwei Anläufe. Nachdem eine Abstimmung vor einer Woche wegen zu geringer Beteiligung gescheitert war, stimmten die Aktionäre am Mittwochabend mit ausreichender Mehrheit für die Pläne des Vorstands.

Investitionen in Milliardenhöhe

Abu Dhabi erhöht im Zuge der Transaktion auch seinen Anteil an AMD selbst und übernimmt über seine Beteiligungsgesellschaft West Coast Hitech 19,3 Prozent. Im Gegenzug investiert das Emirat mehrere Milliarden Dollar in die Modernisierung der Werke in Dresden und den Aufbau einer neuen Produktionsstätte in New York. Die arabischen Investoren suchen verstärkt nach Anlagemöglichkeiten für ihre Milliardeneinnahmen aus den Ölexporten.

Künftig beschränkt sich der Konzern aus Kalifornien auf die Entwicklung und Vermarktung der Produkte - die Herstellung soll im neuen Gemeinschaftsunternehmen erfolgen. The Foundry solle darüber hinaus neue Auftraggeber gewinnen und so die Auslastung der Werke erhöhen, erklärte ein Sprecher. Derzeit sind die Mitarbeiter der Fertigung in Dresden - einem der Hauptstandorte - auf Kurzarbeit gesetzt. Ein solcher Schritt sei in der Produktentwicklung nicht geplant, betonte der Sprecher. Wegen des "hohen Innovationsdrucks" laufe die Arbeit wie bisher weiter.

Schwierige Unternehmenslage

AMD hat in den vergangenen neun Quartalen trotz eines Booms auf dem PC-Markt rote Zahlen geschrieben und wird nach Expertenmeinung auch 2009 nicht aus der Verlustzone kommen. Das Unternehmen belastete zum einen die 5,6 Milliarden US-Dollar teure Übernahme des Grafikchipherstellers ATI Ende 2006. Zudem konnte es wichtige Produkte wie den Serverprozessor Barcelona erst mit Verzögerung auf den Markt bringen. Aufgrund der hohen Kosten musste das Unternehmen die Modernisierung seiner Fabriken in Dresden sowie den Bau einer neuen Anlage im US-Bundesstaat New York verschieben.

(dpa)