2008: Umsatzrückgang in Elektronikbranche
Rückgang bei Informationstechnologie wegen Gratis-Netbooks
Die Konjunkturflaute macht auch vor der Elektronikbranche nicht halt. Im Jahr 2008 gingen die Umsätze der technischen Gebrauchsgüter österreichweit im Jahresvergleich um 0,6 Prozent auf 3,486 Milliarden Euro zurück. Am stärksten betroffen war der Bereich Informationstechnologie, den höchsten Anstieg verzeichnete die Telekommunikation. Das geht aus Daten des Marktforschers GfK hervor, die am Dienstag veröffentlicht wurden.
Im Jahr 2008 wurden in den Bereichen Telekommunikation (plus 12,8 Prozent), Elektrogroßgeräte (plus 4,2 Prozent), Elektrokleingeräte (plus 3,7 Prozent) und Foto (plus 1,6 Prozent) Zuwächse erzielt. Rückläufig waren hingegen Informationstechnologie (minus 7,1 Prozent), Office Equipment (minus 4,8 Prozent) und Unterhaltungselektronik (minus 3,7 Prozent).
Wachstum bei Telekommunikation
Im Bereich der Telekommunikation (367 Millionen Euro) entwickelten sich die mobilen Endgeräte positiv. "Zwei Trends sind dafür verantwortlich", erläuterte Wolfgang Appel, Projektleiter für Telekommunikation bei GfK, gegenüber ORF.at. Zum einen seien dafür die Smartphones verantwortlich, zum anderen der Trend hin zu vertragsfreien Handys.
"Die Telekommunikationsbetreiber versuchen, mit günstigeren Geräteangeboten Kosten einzusparen, und wälzen somit die Anschaffung der Hardware auf den Kunden ab", so Appel. Zudem werde auch die Auswahl an Vertragshandys immer kleiner. Im Bereich Telekommunikation waren 2008 Produkte der Festnetzkommunikation hingegen weniger stark nachgefragt.
Absatzboom und Umsatzrückgang
Im Bereich der Informationstechnologie (742 Millionen Euro) gebe es ein "ungebremstes Wachstum" bei Notebooks. Der Markt werde zusätzlich durch die "Gratis-Notebooks und Netbooks" belebt. "Die rückläufige Zahl lässt sich mit dem Absatzboom durch die Gratisangebote, aber einem gleichzeitigem Umsatzrückgang erklären", so Appel.
Bei der Unterhaltungselektronik (951 Millionen Euro) seien die LCD-Fernseher weiter das Zugpferd. Sie machen nahezu die Hälfte des Marktes aus. Im Bereich der Bürogeräte (238 Millionen Euro) liegen multifunktionale Geräte hoch im Kundenkurs. Bei den Digitalkameras wurde ein Plus bei den Spiegelreflexgeräten verzeichnet, während die Compact-Kameras wertmäßig rote Zahlen schrieben. Insgesamt wurde im Bereich Foto ein Umsatz von 195 Millionen Euro erzielt.
(APA/futurezone)
