18.03.2003

BRITISH TELECOM

Bildquelle: Wolfgang Rieder, ORF.at

"Peer-to-Peer ist nicht illegal"

Die britische Plattenindustrie [BPI] wirft dem größten britischen Internet-Provider British Telecom [BT] vor, zu wenig gegen Online-Tauschbörsen zu tun und damit der unkontrollierten Verbreitung von Musik über das Internet Vorschub zu leisten.

Bis jetzt sei die BT zu Gesprächen über P2P-Dienste trotz mehrerer Versuche von Seiten der Plattenindustrie nicht bereit gewesen. Die BPI will dem Online-Tausch einen Riegel vorschieben, doch die BT zeige zu wenig Kooperationsbereitschaft. "Die BT ist der größte Provider bei P2P-Traffic, aber mit ihnen darüber zu reden ist wie Zähne ziehen", so Jollyon Benn von der Antipiraterie-Abteilung der BPI.

Die BT weist den erhobenen Vorwurf, illegale Services zu unterstützen, mit dem Hinweis von sich, dass P2P-Tauschbörsen nicht illegal sind.

Scheinheiligkeit wird bestritten

Andere Internet-Service-Provider [ISP] haben sich mit der BPI getroffen und bereits Maßnahmen gegen P2P-Netze gesetzt, hauptsächlich weil sie mit dem dadurch erzeugten Traffic Probleme hatten.

Doch derartige Maßnahmen sind unpopulär und die BT will hier nicht mitziehen. "Wir haben keinerlei Pläne, Downloads zu kappen. Wir können unser Netzwerk sehr gut handhaben", so Duncan Ingram von BT Openworld.

Er bestreitet auch eine "Scheinheiligkeit" der BT in Bezug auf das gerade gestartete Online-Service und die Unterstützung für P2P-Netze. "Wir unterstützen keinen illegalen Markt. P2P ist eine Technologie und damit von Natur aus nicht illegal. Wo wollen sie die Grenze zwischen illegal und nicht illegal ziehen? Das ist ein Bereich von Verantwortung, für dessen Bewältigung wir nicht ausgestattet sind."

Keine Alternative zu Tauschbörsen

Zudem sei die technische Kontrolle von P2P-Netzen nicht einfach. Die BT überwache nicht jedes Datenpaket, das über ihr Netzwerk laufe. Sie sei jedoch in regelmäßigem Kontakt mit der BPI und werde demnächst Kontakt bezüglich der P2P-Technologie aufnehmen, so Ingram weiter.

Er wies aber auch darauf hin, dass die User ohne qualitativ gute und legale Alternativen von den illegalen Online-Tauschbörsen praktisch angezogen werden. Daher habe die BT auch mit Dotmusic ein Service herausgebracht, das eine legitime Tauschbörsen-Alternative zu einem angemessenen Preis sei.