LG Electronics verbucht Rekordverlust

Q4/2008
22.01.2009

Starker Einbruch im Handygeschäft

Der südkoreanische Elektronikkonzern LG Electronics hat im Zuge der Wirtschafskrise im vierten Quartal einen Rekordverlust erlitten. Vor allem schwache Ergebnisse bei der Flachbildschirm-Tochter und im Handygeschäft hätten zu einem unerwartet kräftigen Minus von umgerechnet 374 Millionen Euro (671,3 Mrd. Won) geführt, teilte LG Electronics am Donnerstag mit. Vor Jahresfrist hatte LG noch einen Gewinn von 346 Millionen Euro verbucht. Im dritten Quartal stand ein Plus von rund 14 Millionen Euro in den Büchern.

Trübe Aussichten für 2009

Hoffnung auf Besserung sieht der Elektronikkonzern nach dem ersten Verlust seit sieben Quartalen kaum. Sinkende Nachfrage und erhöhter Wettbewerbsdruck würden die Umsätze in diesem Jahr weiter drücken und Bilanzen belasten, blickte der drittgrößte Handyhersteller skeptisch in die Zukunft. Der Umsatz lag von Oktober bis Dezember mit 7,4 Milliarden Euro allerdings über den Markterwartungen.

Branchenexperten rechnen damit, dass LG im laufenden Quartal wieder schwarze Zahlen schreibt, bezeichnen die Aussichten auf Erholung wegen der Konsumflaute aber als begrenzt. Wegen seiner ambitionierten Ziele im Geschäft mit LCD-Flachbildfernsehern sei der Konzern anfälliger für den Preiskampf in der Branche, warnten Analysten. Zudem werde der Handymarkt in diesem Jahr deutlich schwächer als 2008.

Im Handygeschäft verzeichnete LG im vierten Quartal einen Einbruch der Umsatzrendite um mehr als die Hälfte auf 5,2 Prozent. Für dieses Jahr sagte der Branchendritte nach Nokia und Samsung einen Rückgang des weltweiten Handymarktes voraus. Mit einer Konzentration auf Mobiltelefone im niedrigen und mittleren Preissegment wolle der Konzern aber Marktanteile gewinnen.

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(Reuters)