Siemens hofft auf Versicherung

Schmiergeldaffäre
18.01.2009

Der deutsche Elektrokonzern Siemens ist zuversichtlich, im Korruptionsskandal einen höheren Millionenbetrag aus einer vor Jahren abgeschlossenen Versicherung zu erhalten.

Wie die "Süddeutsche Zeitung" (Montag-Ausgabe) unter Berufung auf Konzernkreise berichtet, ist ein Assekuranz-Konsortium unter Führung der Allianz offenbar zu bestimmten Zahlungen für von Managern in dem Skandal verursachte Schäden bereit. Siemens wollte den Bericht am Sonntag nicht kommentieren. Auch gegenüber der "SZ" hatte sich das Unternehmen offiziell nicht geäußert.

Mit 250 Millionen Euro versichert

Siemens hatte sich für Schäden, die von Vorständen oder Aufsichtsräten verursacht werden, bei diesem Konsortium mit 250 Millionen Euro versichert. Das Konsortium will dem "SZ"-Bericht zufolge allerdings nicht die volle Deckungssumme zahlen.

Für Siemens verhandle eine Kanzlei mit dem Konsortium über die Höhe der Versicherungsleistung. Der Korruptionsskandal kostete den Industriekonzern bisher fast zwei Milliarden Euro.

Schadenersatz von Ex-Vorständen

Von ehemaligen Vorständen, die ihre Dienstpflichten verletzt und so ein System von schwarzen Kassen und Schmiergeldzahlungen ermöglicht haben sollen, verlangt Siemens laut "SZ" zwischen einer Million und sechs Millionen Euro Schadenersatz. Diese Beträge sollen die Ex-Vorstände aus ihrem privaten Vermögen zahlen.

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(dpa)