Zugsverspätungen wegen Computerstörung

Deutschland
14.01.2009

Bundesweite Verspätungen und Ausfälle bei DB

Eine Netzwerkpanne hat am Mittwoch Bahnreisende in ganz Deutschland getroffen. Eine Vielzahl von Zügen fuhr nur verspätet, einige Verbindungen wurden ganz gestrichen, wie ein Sprecher der Deutschen Bahn AG (DB) am Abend sagte. Auch der Kauf von Fahrkarten an Schaltern, Automaten und im Internet war nur noch sehr eingeschränkt möglich.

Der Ausfall in einem zentralen Netzwerk der DB gegen 14.00 Uhr führte zu Pannen in Kommunikations- und Anzeigesystemen. Über diese erhalten Züge im Normalfall etwa in Bahnhöfen automatisiert die Erlaubnis zur Abfahrt.

Dominoeffekt

Die Kommunikation musste daher auf ein Notfallsystem umgestellt werden, was zu Verzögerungen führte. Das habe einen "Dominoeffekt" bewirkt, sagte der Sprecher: Die Verspätungen einiger Züge hielten wiederum andere Züge auf.

Der Netzwerkausfall betraf auch die Reiseauskunft und die Buchungssysteme des Konzerns. Ticketkäufe mit Bank- und Kreditkarten, über Automaten oder das Internet waren überhaupt nicht möglich. Fahrgäste hätten ihre Fahrkarten aber ohne Aufschlag im Zug lösen können, betonte der Sprecher.

Entschädigungen für Fahrgäste

Kunden, deren Züge über eine Stunde verspätet den Zielort erreichten, bekommen nach Angaben des Sprechers 20 Prozent des Fahrpreises erstattet. Sollten Kunden am Abend ihr Ziel nicht mehr erreichen können, würden auch Taxigutscheine ausgestellt und Hotelübernachtungen übernommen. Mit entsprechenden Verspätungen und Ausfällen sei allerdings nicht zu rechnen, sagte der Sprecher, im Laufe des Abends sollte die Störung ganz behoben sein.

Zur Ursache der Störung konnte der Bahnsprecher keine Angaben machen. Auch gebe es noch keinen Überblick, wie viele Züge von den Verspätungen und Ausfällen betroffen gewesen seien.

(AFP)