Insolvenzverwalter klagt BenQ-Manager
Zwei Jahre nach der Pleite der ehemaligen Siemens-Handysparte sollen damalige Topmanager des BenQ-Konzerns einem Zeitungsbericht zufolge mit eigenem Vermögen haften.
Insolvenzverwalter Martin Prager fordere Schadenersatz von früheren Managern des in Taiwan ansässigen BenQ-Konzerns, wie die "Süddeutsche Zeitung" (Mittwoch-Ausgabe) unter Berufung auf Justizkreise berichtet. Der BenQ-Konzern hatte die Handysparte von Siemens gekauft.
BenQ weist Vorwürfe zurück
Prager habe drei Spitzenmanager geklagt: Ex-Geschäftsführer David Wang, Ex-BenQ-Finanzchef Alex Liou und den früheren Vizechef des Gesamtkonzerns, Jerry Wang. Prager fordert den Angaben zufolge von jedem einzelnen Manager 28 Millionen Euro Schadenersatz.
Womöglich müssten in dem Fall weitere ehemalige Manager mit Post rechnen, berichtete das Blatt weiter unter Berufung auf die Justizkreise. Offen blieb demnach zunächst, ob auch auf den Ex-Chef von BenQ Mobile, Clemens Joos, Millionenforderungen des Insolvenzverwalters zukommen.
Prager gehe nach intensiver Prüfung der Bilanzen inzwischen davon aus, dass dem letzten deutschen Handyhersteller das Geld schon fast fünf Monate vor der offiziellen Pleite Ende September 2006 ausgegangen war. Dennoch sei laut Klage zu Unrecht weiter Geld aus dem Unternehmen abgeflossen. Nach außen gaben die Topmanager offiziell weiter Durchhalteparolen aus. Der Insolvenzverwalter bestätigte der Zeitung gegenüber die Klagen nicht. Der Elektronikkonzern Qisda, wie BenQ heute heißt, wies der Zeitung gegenüber die Vorwürfe zurück.
(AFP)
