Neue Software für Österreichs Bibliotheken
Der Österreichische Bibliothekenverbund hat eine neue Software für seine Web-Kataloge angeschafft. Diese soll den Benutzern eine einheitliche Anlaufstelle für die Recherche in verteilten Ressourcen bieten.
Die Österreichische Bibliothekenverbund und Service GmbH (OBVSG) hat am Montag bekanntgegeben, künftig die Recherchesoftware Primo der israelischen Firma Ex Libris einsetzen zu wollen. Der Verbund hat mit dem Unternehmen daher einen Rahmenvertrag abgeschlossen, der es seinen Teilnehmern ermöglicht, die Software bei ihm zu lizenzieren.
Auf Anfrage von ORF.at teilte der Bibliothekenverbund mit, dass sich die Anfangsinvestitionen für den Verbundkatalog, also den Katalog aller angeschlossenen Bibliotheken, auf circa 200.000 Euro belaufen. Dazu kommen die Kosten für die Lizenzen in den Einzelbibliotheken. Der Start des neuen Systems ist für Herbst 2009 geplant.
Geändertes Rechercheverhalten
Primo wird die alte Bibliothekensoftware Aleph ergänzen, die ebenfalls von Ex Libris lizenziert ist. Während Primo eine neue Schnittstelle zum Benutzer bietet, wird Aleph im Hintergrund bei der Verwaltung der Bestände weiterlaufen. Die neue Software soll vor allem dem durch den Umgang mit Internet-Anwendungen geänderten Rechercheverhalten der Nutzer Rechnung tragen.
Statt wie ein klassischer Online-Katalog nur die Metadaten zu den Büchern zu erfassen, kann Primo auch Volltexte von Digitalisaten indizieren. Weiters sollen Bestände wie Zeitschriften, E-Books und Hochschulschriften, die in separaten Systemen erfasst sind, über die einheitliche Web-Rechercheoberfläche durchsucht werden können.
Automatische Vorschläge
Zudem wird das neue System dem Rechercheur "verwandte" Literatur vorschlagen und ihm die Möglichkeit bieten, eigene Rezensionen und Bewertungen zu bestimmten Titeln zu veröffentlichen. Auch alternative Suchvorschläge wird Primo anbieten. Die Treffer werden vom System nach Relevanz sortiert. Der Nutzer kann die Suchergebnisse auch in externe Verwaltungssysteme wie Connotea übertragen.
Die Universitätsbibliothek Innsbruck und die Bibliothek der Veterinärmedizinischen Universität Wien haben bereits ein Abkommen über die Lizenzierung von Primo abgeschlossen. Den Betrieb übernimmt der Verbund, der über 75 österreichische Einzelinstitutionen von der Nationalbibliothek über die Universitätsbibliotheken bis hin zu den Beständen von Museen und Privatstiftungen repräsentiert.
