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Kaltstart ins neue Jahr

NETZTEILE
03.01.2009

Untergangsgerede ist von gestern, genau genommen letztjährig. Die Krise läuft auch ohne uns weiter und vermutlich ganz anders ab, als wir das jetzt denken. Wir schauen uns also zu Beginn eines neuen Jahres lieber an, womit man neu und auf andere Weise ansetzen kann.

So, kurz noch einmal erwähnt, dann ist aber endgültig Sense damit. Was des einen Nightmare on Techstreet, das sind des anderen Belegschaftszahlen. Es geht bergab in einer Branche, die nur ein Bergauf kennt. Kleiner Tipp: Berge haben nun einmal Spitzen. Und die sind momentan erreicht. Basta, und der tibetische Mönch sagt: Du kannst nur mit einem Laptop gleichzeitig tippen. Derweil sehen zum Beispiel in Krisenländern wie Großbritannien die Weihnachtseinkäufe gar nicht so schlecht aus. Gut vor allem auch durch Zuwachs beim Absatz von Alkoholika. Also, irgendwie geht es weiter, notfalls besoffen.

Ausgerechnet im Winter wollen wieder einige Ski laufen. Und ausgerechnet in den Niederlanden gibt es dazu ein großartiges Webservice. Ich wäre zu gerne beim Briefing der Programmierer dabei gewesen. Ihr müsst Euch Berge so vorstellen wie riesige Deiche, aber ohne Wasser dahinter. Auf jeden Fall vielen Dank dafür. Und her mit den Brettern. Damit es auch weiterhin schneit auf der Welt, heizen wir alle weniger, fahren Bahn oder bleiben zu Hause und setzen mehr Sonnenkollektoren auf das Dach. In San Francisco haben die es dabei leicht. Viel Sonne, viele Dächer, und wie man hier sehen kann, strotzt die Stadt vor Solarkraft. Aber solange nicht sogar über dem Haider-Gedenkgatterl ein Sonnenkollektor thront, gibt es hierzulande Ausbaupotenzial.

Derweil sieht es auf der anderen Seite gut aus mit dem Einfluss der Digitaltechnik auf unsere Umwelt. Auch die Architektur hat eingesehen, dass der gute alte Polygon gar nicht sooooo schlecht aussieht. Und inzwischen begreifen die Ersten unter uns, dass mit dem Amtsantritt von Barack Obama die Zeit gekommen ist, allen - wirklich allen - in den USA Gefangenen die Freiheit zurückzugeben.

2009 wird das Jahr der Vertwitterung. Da ist es nur zu konsequent, die Plattform auch durchsuchen zu können. Twitority wird das für uns leisten. Damit wir auch verblüfft lesen können, dass 2009 heute schon selbst bei denen mit viel Autorität durchaus willkommen ist (Aber ich wollte ja kein Wort mehr ...). Sehr viel Autorität hat bei mir zum Beispiel Nico Lumma, und der hatte sich ein kleines Taschenfeuerwerk für sein iPhone gekauft. Der Erlös ging dabei an Brot für die Welt. Gutes Modell für alle in Hamburg. Wird Zeit, dass zum Beispiel die Abogebühren für Xing teilweise an eine Stiftung gehen. Denn schließlich zahlen Nutzer dafür, dass sie ihren Inhalt selbst einstellen und den von anderen anschauen. Das Service von Xing besteht darin, dass das erlaubt wird oder nicht. Da wäre ein wenig finanzielle Selbstlosigkeit schon nett.

Gott sei Dank kommen solche Dinge wie bei Facebook nicht vor. Aber welche Geschäftsfrau stellt schon ihre zu zensierenden Stillbilder in ein Business-Network? Eben. Nie im Leben, das wäre ja nicht gerade ... stillecht. Wer ohne bezahltes Erlaubservice auskommen will, der kann nun mit Motion das Beste aus all dem Web 2.0 mit Movable Type kombinieren und einfach selbst weitermachen. Es braucht im Internet weniger Hilfe, als man glaubt.

Ach ja, Hardware. Endlich hört das mit dem Ohrhalten auf. Der neue Formfaktor für Handys findet am Handgelenk statt. Jetzt weiß zwar niemand mehr, ob der Besitzer ohne Bluetooth telefoniert oder das Ticken seiner Uhr akustisch kontrollieren will. Aber das Wesentliche ist geschafft: Endlich hat die Handytasche in Skijacken ausgedient. Jetzt freuen wir uns auf den Laptop als Hüftgürtel und wireless in jeder Gondel. Gib Pulver!

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(Harald Taglinger)