Bundeswehr nimmt Sat-Aufklärung in Betrieb

DEUTSCHLAND
04.12.2008

350 Millionen Euro für eigenes Satellitensystem

Das erstes eigene Satelliten-Aufklärungssystem für die Bundeswehr steht: Die Streitkräfte der Bundesrepublik Deutschland haben "SAR-Lupe" am Donnerstag offiziell in Grafschaft (Rheinland-Pfalz) von der Bremer Herstellerfirma OHB-System AG übernommen.

Es besteht aus fünf Radar-Satelliten, die bereits im Weltraum kreisen, und einer Bodenstation in Grafschaft, die die Satelliten steuert und die erfassten Daten auswertet. Mit dem System ist die Bundeswehr nach eigenen Angaben in der Lage, von nahezu jedem Ort der Erde wetter- und tageszeitunabhängig gestochen scharfe Bilder zu gewinnen. Das System arbeitet bereits und kostete laut OHB etwa 350 Millionen Euro.

Aufklärung für Auslandseinsätze

SAR-Lupe mache die Bundeswehr unabhängig von ausländischen Partnern wie den USA, hieß es. "Bereits der Kosovo-Konflikt 1999 hat uns deutlich vor Augen geführt, wie wichtig eine eigene weltweite Aufklärung ist", sagte der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr, Vizeadmiral Wolfram Kühn.

Der Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan, aber auch Umweltkatastrophen wie der Tsunami im Dezember 2004 in Südostasien machten deutlich, wie notwendig ein stets aktuelles Lagebild sei. Laut Kühn kooperiert Deutschland mit Frankreich, das mit seinem optischen Bildmaterial des Systems Helios II das neue deutsche radargestützte System ergänzt.

(dpa)