Rekordstrafe für Facebook-Spammer

GERICHT
25.11.2008

873 Millionen Dollar Schadenersatz

Die Social-Networking-Site Facebook hat in einem Gerichtsverfahren gegen einen professionellen Spammer nach eigenen Angaben eine Rekordstrafe im Millionenhöhe erwirkt. Nach einem Urteil des Bezirksgerichts von San Jose (Kalifornien) müssten die in Panama registrierte Firma Atlantis Blue Capital und deren Gründer Adam Guerbuez der Social-Networking-Site insgesamt 873 Millionen Dollar (671 Mio. Euro) Schadenersatz zahlen, teilte Facebook am Montag mit.

Dem Unternehmen und dessen Firmengründer war in den bereits vor vier Monaten eingeleiteten Gerichtsverfahren vorgeworfen worden, über vier Millionen unerwünschte Werbebotschaften an die Mitglieder des Facebook-Netzwerks verschickt zu haben.

Zugangsdaten entlockt

Nach Angaben von Facebook war es dem Spammer gelungen, Nutzern der Social-Networking-Site ihre Zugangsdaten zu entlocken. Dabei sollen unter anderem gefälschte Facebook-Log-in-Seiten zur Anwendung gekommen sein.

"Jeder, der Facebook konstruktiv nutzt, sollte sich freuen, dass wir hart darum kämpfen, unsere Nutzer gegen Spam und andere Online-Belästigungen zu schützen", schrieb Facebook-Sicherheitschef Max Kelly im Unternehmensblog.

Die Chancen, dass Facebook das Geld tatsächlich erhält, sind gering. Guerbuez ist seit dem Beginn des Verfahrens untergetaucht. Er dürfte auch nicht in der Lage sein, die Schadenersatzforderungen zu begleichen. Facebook wertete das Urteil als großen Erfolg, der eine abschreckende Wirkung auf professionelle Spam-Versender haben dürfte.

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(futurezone/dpa)