Google stellt "Life"-Fotoarchiv ins Netz
Der US-Suchmaschinenkonzern Google hat eines der wichtigsten Bildarchive des 20. Jahrhunderts frei verfügbar gemacht. Der Bestand an Fotos und Grafiken des legendären Bildreportagemagazins "Life" reicht zurück bis ins 18. Jahrhundert.
Google gab am Dienstag bekannt, einen ersten Teil des "Life"-Bildarchivs im Netz frei publiziert zu haben. "Life" gilt als wichtigstes US-amerikanisches Magazin des klassischen Fotojournalismus des 20. Jahrhunderts, besitzt aber auch Rechte an alten Bildern, die noch aus der Zeit vor seiner Gründung stammen. Laut Google sind auch Grafiken aus der Zeit vor Erfindung der Fotografie im Archiv, die aus den 50er Jahren des 18. Jahrhunderts stammen.
Bewegte Geschichte
Das 1883 in New York gegründete Magazin wurde 1936 von Henry B. Luce, dem Gründer des Nachrichtenmagazins "Time", übernommen. In der Folge wuchs das Blatt zu einer stilbildenden Kraft im internationalen Bildjournalismus heran. Für "Life" arbeiteten berühmte Bildreporter wie die Kriegsfotografin Margaret Bourke-White, Robert Capa und Alfred Eisenstaedt. Von dem berühmten Magazin, das 1972 seinen wöchentlichen Erscheinungsrhythmus aufgeben musste und 2000 weitestgehend eingestellt wurde, bleiben nur noch eine Internet-Domain und das Archiv bei Google.
Archiv soll vollständig ins Netz
Google will das gesamte Fotoarchiv von "Life" über seine Bildsuche zugänglich machen. Dabei handle es sich, so der Konzern, um ungefähr zehn Millionen Fotos aus den Beständen des Magazins. Derzeit, so Google, habe man etwa 20 Prozent der Archivbestände digitalisiert und übers Netz frei zugänglich gemacht. Auch vorher unpublizierte Bilder werde man im Online-Archiv veröffentlichen.
Unter den Bildern befinden sich viele Aufnahmen von Prominenten, besonders interessant dürften allerdings die Serien aus dem Zweiten Weltkrieg sein, die einen Höhepunkt in der Geschichte von "Life" darstellten. Auch Bilder von der ersten Mondmission der NASA sind bereits auf der Google-Website zu sehen.
Monetarisierung des Archivs
"Life" gehörte zuletzt zu AOL Time Warner. Der Markenname schmückt derzeit noch eine Website des Konzerns. Die Kooperation mit Google ist letztlich eine Monetarisierung des Archivs. Die User können das Archiv online durchsuchen und auf Wunsch Abzüge der Bilder bestellen.
Google ist nicht der einzige IT-Gigant, der sich mit digitalen Bildern befasst. Der ehemalige Microsoft-Chef Bill Gates gründete bereits 1989 die Bildagentur Corbis und kaufte Bildarchive wie das Bettman Archive. Heute ist Corbis mit einem Bestand von rund 100 Millionen Bildern eine der größten Agenturen der Welt.
