Tschechische Big Brother Awards verliehen
Negativpreise für Stadt Prag und Deutsche Telekom
Am Freitagabend wurden in Prag die vierten tschechischen Big Brother Awards verliehen. Die Negativpreise für Überwacher gingen unter anderen an die Deutsche Telekom (DT) für den Verlust von 17 Millionen Kundendaten und die Bespitzelung von Journalisten, Aufsichtsräten und Betriebsräten.
In Tschechien werden die Big Brother Awards vom Verein Iuridicum Remedium vergeben.
Auch die EU-Kommission wurde für die Zulassung von Ganzkörper-Scannern ("Nacktscannern") auf Flughäfen mit einem Big Brother Award bedacht. Die US-Regierung erhielt für die Einführung des Reiseüberwachungssystems Electronic System for Travel Authorization (ESTA) einen Negativpreis.
Stadt Prag und Netzüberwacher weitere Preisträger
Der Preis für den größten amtlichen Schnüffler in Tschechien ging an die Stadt Prag für das Chipkartensystem opencard, das im öffentlichen Nahverkehr zum Einsatz kommt. Weitere Big Brother Awards gingen an den Software-Hersteller AQER für eine Spionage-Software zur Überwachung des Netzverkehrs in Unternehmen und die Betreiber des tschechischen Mautsystems.
AK Vorrat mit Positivpreis ausgezeichnet
Der Positivpreis ging an den deutschen Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung (AK Vorrat) für sein europaweites Engagement beim Datenschutz. Mit dem Positivpreis wurde unter anderem der von der AK Vorrat initiierte internationale Aktionstag "Freiheit statt Angst" gewürdigt, in dessen Rahmen im Oktober zeitgleich in 15 Ländern Proteste gegen die zunehmende Überwachung stattfanden.
