Copy/Paste: Das Google-Syndrom
Am Sonntag in "matrix"
Studieren hat früher bedeutet, in die Bibliothek zu gehen, Karteikarten durchzublättern und Bibliografien zu wälzen, dann Bücher zu bestellen, darauf zu warten, dass sie aus dem Lager geliefert werden, sie zu lesen und durchzublättern, Auszüge und Abschriften oder Kopien zu machen und sich von dort auf weitere Literatur verweisen zu lassen.
Wie bequem ist es doch heute, wo man nur den Computer einschalten muss, sich vors Internet setzt, Google anwirft, das Gesuchte eintippt, und schon ist alles vor einem ausgebreitet, und man muss nur mehr copy/paste machen. Doch halt, war da nicht noch irgendwas? Ist das wissenschaftliches Arbeiten? Ist das genaue Recherche?
Der Beitrag ist am Sonntag um 22.30 im Ö1-Netzkulturmagazin "matrix" zu hören.
matrix.ORF.at
Dieses Gefühl, das einen beschleicht, wenn man als Wissenschaftler oder Student im Internet recherchiert, hat der Basler Historiker und Informationswissenschaftler Peter Haber als "Google-Syndrom" bezeichnet. Sonja Bettel hat ihn dazu vor kurzem im Rahmen eines Symposiums mit dem Titel "Vor Google - Suchmaschinen im analogen Zeitalter" in der Wienbibliothek im Rathaus interviewt.
(matrix)
