Microsoft und Google: Millionen für Lobbying
Sowohl Microsoft als auch Google haben 2008 ihre Ausgaben für politisches Lobbying in den USA stark hochgefahren. Vor allem Redmond lässt sich den Einfluss in Washington einiges kosten.
In den USA müssen Lobbyorganisationen in vierteljährlichen Berichten darlegen, wie viel sie für ihre Bemühungen in Washington ausgegeben haben. Die am Dienstag (Ortszeit) dort veröffentlichten Daten zeigen, dass sowohl Microsoft als auch Google in den ersten drei Quartalen des laufenden Jahres ihr finanzielles Engagement in Politlobbying verstärkten.
Microsoft schlägt Google und Yahoo
So gab Microsoft in diesem Zeitraum 6,9 Millionen US-Dollar für Lobbying auf US-Bundesebene aus. Im ganzen Jahr 2007 waren es rund neun Millionen Dollar. Allein im dritten Quartal 2008 ließ sich Microsoft seine Präsenz in Washington 1,98 Millionen Dollar kosten. Google - ein Newcomer auf dem politischen Parkett - setzte in diesem Zeitraum gerade einmal 720.000 Dollar ein, Yahoo nur 570.000.
Insgesamt gab Google 2008 2,1 Millionen US-Dollar für Lobbying in Washington aus. 2007 waren es lediglich 1,5 Millionen.
Kooperation der Gegner
Peanuts für die Politik
Im Vergleich zu den Einnahmen von Microsoft und Google erscheinen deren Ausgaben für Lobbying aber eher gering. Microsoft verdiente im abgelaufenen Quartal 4,37 Milliarden US-Dollar; Google verbuchte im selben Zeitraum einen Überschuss von 1,35 Milliarden US-Dollar.
Manchmal, wie im Fall der jüngst von Google abgesagten Kooperation mit Yahoo, stehen sich Redmond und der Suchmaschinen-Weltmarktführer als unversöhnlich erscheinende Konkurrenten gegenüber. Es kommt jedoch auch vor, dass Google und Microsoft in Washington gemeinsame Ziele verfolgen. So öffnete die Rundfunkregulierungsbehörde (FCC) auf Betreiben beider Konzerne den Raum zwischen den "alten" analogen TV-Frequenzen für neue Funktechnologien wie Mesh-Netzwerke. Außerdem kämpfen sowohl Microsoft als auch Google für eine Reform des US-Patentsystems - in diesem Fall stehen sie gegen die außerordentlich mächtige Pharmalobby.
Was die US-Präsidentschaftswahl angeht, so hielten sich die finanziellen Beiträge der offiziellen Unterstützungskomitees beider Unternehmen in vergleichsweise engen Grenzen. Das Aktionskomitee von Google gab laut dem Think Tank Center for Responsive Politics insgesamt 282.000 US-Dollar aus, das Pendant bei Microsoft gab 1,7 Millionen Dollar.
(AP/futurezone)
