Sicherheit in der digitalen Gesellschaft

special
11.11.2008

Diese Woche im Ö1-"Radiokolleg"

Wir alle werden immer intensiveren Sicherheitsprozeduren unterzogen. Pässe gibt es bald nur noch bei Abgabe des Fingerabdrucks, Einreise in die Schengen-Zone oder in die USA ist nur dann möglich, wenn man sich detailliert ausfragen (und oft auch durchsuchen) lässt. Staaten erhalten umfassenden Zugriff auf Information über unser Tun und Kommunizieren, das nach demokratischem Verständnis Privatsache wäre.

Freiheit vs. Sicherheit

Wo auf Sicherheit gepocht wird und wo nicht, erscheint oft irrational: Würde man die Prävention von Autounfällen ähnlich intensiv betreiben wie die Terrorbekämpfung, dann müsste man das Autofahren auf der Stelle verbieten. Und warum sind sich viele Menschen so sicher, dass nie eine Diktatur kommen und den hochgerüsteten Überwachungsapparat gegen sie verwenden wird?

Von Montag bis Donnerstag in Ö1, jeweils um 9.05 Uhr und in der Wiederholung um 22.15 Uhr.

Mehr dazu in oe1.ORF.at

Dorothee Frank fragt in ihrer "Radiokolleg"-Reihe nach den psychologischen Beweggründen und Folgen des heutigen Sicherheitsdenkens. Welche Rolle spielt das Bedürfnis, andere zu kontrollieren und damit Macht über sie auszuüben? Was passiert, wenn Gesellschaften nicht mehr bereit sind, Unsicherheit als Teil des Lebens zu akzeptieren? "Sicher ist nur der Tod", heißt es. Steckt hinter überzogenem Sicherheitsstreben gar der Traum, nicht mehr sterben zu müssen?