15.03.2003

FORDERUNG

Bildquelle: Lionhead

Mehr Geld für unabhängige Game-Studios

Laut dem britischen Gameentwickler Peter Molyneux, Leitender Manager des Gamesentwickler Lionhead Studios, wird es für kleine, unabhängige Studios immer schwieriger selbstständig Games zu entwickeln.

"Großbritannien ist als weltweit führendes Land bei der Entwicklung von neuen Games bekannt. Nirgendwo auf der Welt gibt es derart hohe Konzentration von Talenten."

Doch da die Entwicklungszeit aufgrund des Umfangs und der Qualität der Games immer länger werde, fordert er von der britischen Regierung ähnliche finanzielle Unterstützung wie es sie bereits für britische Filmemacher gibt, um das Potential nicht verkommen zu lassen.

Explodierende Produktionskosten

Das größte Problem für die kleinen Firmen seien die explodierenden Produktionskosten. Vor zehn Jahren kostete ein durchschnittliches Spiel noch 200.000 Pfund in der Entwicklung, heute beträgt das durchschnittliche Budget bereits eine Million Pfund.

Laut Molyneux bedarf es jedoch mehrerer Millionen Pfund um ein wirklich gutes, weltweit erfolgreiches Spiel zu machen. Einige Entwickler hätten mit der finanziellen Last bereits zu kämpfen.

Entsprechend folge die Spieleindustrie bereits Hollywoods Spuren. Immer mehr Studios schließen sich zusammen um genügend kritische Masse zum Überleben zu erhalten.

Damit könne gleichzeitig auch an mehreren Projekten gearbeitet werden, anstatt nur an einem, an dem dann alle Hoffnungen hängen.

Der Zahn der Wirtschaft

Im letzten Jahr sind einige kleinere britische Gamestudios wie Red Lemon, Crawfish oder Runecraft bereits pleite oder in Konkurs gegangen.

"Kleine Unterstützung von der Regierung"

Molyneux befürchtet, dass der wirtschaftliche Druck die Reputation von Großbritannien als Spieleentwickler beeinträchtigen könnte.

"Die kleinen unabhängigen Studios sind die Entwickler von frischen, neuen Ideen und diese Kreativität wird sicher unter dem Druck leiden. Mit einer kleinen Unterstützung von Seiten der Regierung würden die Studios wachsen und eine bedeutende Einnahmequelle werden."

Molyneux hatte sich Anfang der 90er Jahre mit seiner Firma Bullfrog einen Namen geschaffen und etliche erfolgreiche Titel entwickelt, bevor er das Unternehmen an Electronic Arts verkaufte.

Er verließ die Firma allerdings nach einige Zeit um sich selbstständig und unabhängig der Entwicklung, zur Zeit das Rollenspiel "Fable", von Spielen widmen zu können. Er war zudem maßgeblich bei der Enwicklung des Games "Black & White" beteiligt.