14.03.2003

CAPPS II

Bildquelle: Boeing

US-Senat gegen Passagier-Überwachung

Der Handelsausschuss des US-Senats fordert innerhalb von 90 Tagen konkrete Auskunft von der Regierung über ihr Programm zur Überprüfung von Flugpassagieren.

Die Senatoren reagierten damit auf die Pläne der "Transportation Security Administration", ein umfassendes Datenbankprojekt für die Überwachung von Flugpassagieren in den USA zu installieren.

Das "Computer Assisted Passenger Pre-Screening System II" [CAPPS II] wird von Bürgerrechtlern in den USA als massiver Eingriff in die Privatsphäre der Reisenden kritisiert.

Ernste Fragen

"Ein System, das Informationen über jeden Flugreisenden sammelt und diesem daraufhin einen Bedrohungs-Level zuordnet, wirft einige ernste Fragen nach dem Schutz der Privatsphäre auf", erklärte US-Senator Ron Wyden, der den Antrag im Komitee eingebracht hatte.

Sicherheit vs. Freiheit

Inzwischen ist in den USA eine Diskussion über die Kosten, die durch vermehrte Überwachung und die Verringerung der bürgerlichen Freiheiten entstehen, entbrannt.

Viele Kongressabgeordnete wollen eine Kosten-Nutzen-Rechnung für die zunehmenden Überwachungsmaßnehmen einführen, eine Forderung, die auch von vielen US-Bürgerrechtsgruppen unterstützt wird. Sie hoffen damit Argumente zu erlangen, die auch von der konservativen Mehrheit im Kongress verstanden werden.

Erste Tests mit CAPPS II sollen bereits in diesem Monat in Kooperation mit Delta Air an drei nicht genannten Flughäfen erfolgen.

Widerstand auch im EU-Parlament

Es ist davon auszugehen, dass die Daten von europäischen Flugpassagieren, welche die US-Behörden derzeit von EU-Fluglinien einfordern, ebenfalls mit CAPPS II bearbeitet werden sollen.

Mit großer Mehrheit hat erst am Donnerstag das EU-Parlament einen Entschließungsantrag betreffend "die Übermittlung personenbezogener Daten durch Luftfahrtgesellschaften bei transatlantischen Flügen" angenommen.