13.03.2003

CEBIT 2003

Bildquelle: ORF.at

Intel und AMD ringen um Notebook-Hoheit

Intel hat am Mittwoch auf der Cebit seine lange erwartete Wireless-LAN-Plattform "Centrino" für Notebooks vorgestellt, die das drahtlose Surfen im Internet für ein Massenpublikum interessant machen soll.

"Vor 15 Jahren war es unsere Aufgabe, Computer miteinander zu verbinden. Heute geht es darum, das ohne Kabel zu tun", sagte der stellvertretende Intel-Chef Mike Splinter auf der Messe.

Der neue Mikroprozessor und der zugehörige Chip-Satz machten den Bau kleinerer und leichterer Notebooks möglich, die zugleich leistungsfähiger seien und deren Batterie bis zu fünf Stunden lang Strom liefern könne.

"Wir wollen das Arbeiten am Computer vom Schreibtisch auf die Couch verlagern", betonte Splinter. "Es ist natürlich, nicht verkabelt sein zu wollen. Menschen wollen nicht ständig rumlaufen und Telefonbuchsen für ihr Notebook suchen."

Massenmarkt im Visier

Nach Einschätzung von Experten dürfte die Markteinführung von Centrino die Verbreitung der WLAN-Technologie beschleunigen.

Zahlreiche Hersteller wollen Centrino in ihre Geräte einbauen, darunter Hewlett-Packard, Dell, IBM, Toshiba und Sony. Der erste neue Prozessor verfügt über eine Taktfrequenz von bis zu 1,6 Gigahertz.

Intel geht davon aus, dass in den ersten Monaten vor allem professionelle Nutzer Centrino-Notebooks kaufen werden. Etwa ab der zweiten Jahreshälfte werde dann wohl auch die Masse der privaten Kunden zur WLAN-Technologie greifen, sagte Intel-Sprecher Klaus Obermaier.

Abhängig sei das davon, auf welche Kundengruppe die Computerhersteller ihre Geräte in der Ausstattung zuschnitten. Wirklich durchstarten werde die WLAN-Technologie vermutlich erst, wenn sich die Branche auf einheitliche Bezahlmethoden für die verschiedenen Zugangspunkte geeinigt habe. Das könnte nach seiner Einschätzung noch in diesem Jahr der Fall sein.

Erste Centrino-Notebooks

IBM hat auf der Cebit bereits drei neue Notebooks präsentiert, von denen "ausgewählte Geräte" mit Intels Centrino-Chipsatz ausgestattet sind.

Die Modelle "T40", "X31" und "R40" zeichnen sich generell durch besonders lange Akkulaufzeiten aus. Das "ThinkPad T40" soll mit einer Standardbatterie auf eine Akkulaufzeit von 9,5 Stunden kommen. Das "ultraportable" "ThinkPad X3" hat eine Akku-Laufzeit von sechs Stunden bei einem Ausgangsgewicht von 1,66 Kilogramm.

AMD kontert

AMD hat auf der Cebit Intels Centrino-Offensive mit nicht weniger als zwölf "Mobile Athlons" gekontert. Dabei teilt AMD die Notebook-Anwendungen in "Desktop-Ersatz" [schwere Modelle], "normale" Geräte und "Energiespar-Modelle", die bei ultradünnen Rechnern zum Einsatz kommen sollen.

AMDs fünf Energiespar-Chips heißen 800+, 1700+, 1600+, 1500+, und 1400+ und kommen mit Micro-PGA-Gehäuse, dass deutlich kleiner als das Socket-A-Design ist.

Die CPUs sollen weltweit in "ein bis zwei Monaten" zur Verfügung stehen.

Die "Desktop-Ersatz"-Modelle hören auf die Namen 2600+, 2400+, 2200+ und 2000+ und basieren auf dem "Thoroughbred"-Kern. Die "normalen" mobilen Modelle heißen 2500+, 2400+ und 2200+ und basieren auf dem "Barton"-Kern.

Erstes Notebook von Fujitsu

Als erster Hersteller zeigt Fujitsu auf der Cebit ein Notebook mit AMDs neuen Energiespar-Prozessoren.

Das "LifeBook S2000" ist 1,71 Kilogramm schwer, misst 3,35 cm in der Höhe und nutzt AMDs "PowerNow"-Technologie.