Intel und AMD ringen um Notebook-Hoheit
Intel hat am Mittwoch auf der Cebit seine lange erwartete Wireless-LAN-Plattform "Centrino" für Notebooks vorgestellt, die das drahtlose Surfen im Internet für ein Massenpublikum interessant machen soll.
"Vor 15 Jahren war es unsere Aufgabe, Computer miteinander zu verbinden. Heute geht es darum, das ohne Kabel zu tun", sagte der stellvertretende Intel-Chef Mike Splinter auf der Messe.
Der neue Mikroprozessor und der zugehörige Chip-Satz machten den Bau kleinerer und leichterer Notebooks möglich, die zugleich leistungsfähiger seien und deren Batterie bis zu fünf Stunden lang Strom liefern könne.
"Wir wollen das Arbeiten am Computer vom Schreibtisch auf die Couch verlagern", betonte Splinter. "Es ist natürlich, nicht verkabelt sein zu wollen. Menschen wollen nicht ständig rumlaufen und Telefonbuchsen für ihr Notebook suchen."
Intel werde sich mit zahlreichen Partnern aus der Hotel-, Technologie- und Informationsbranche dafür einsetzen, das Netz von drahtlosen Zugangspunkten auszubauen.
Cebit: Gemischte Gefühle am ersten MessetagMassenmarkt im Visier
Nach Einschätzung von Experten dürfte die Markteinführung von Centrino die Verbreitung der WLAN-Technologie beschleunigen.
Zahlreiche Hersteller wollen Centrino in ihre Geräte einbauen, darunter Hewlett-Packard, Dell, IBM, Toshiba und Sony. Der erste neue Prozessor verfügt über eine Taktfrequenz von bis zu 1,6 Gigahertz.
Intel geht davon aus, dass in den ersten Monaten vor allem professionelle Nutzer Centrino-Notebooks kaufen werden. Etwa ab der zweiten Jahreshälfte werde dann wohl auch die Masse der privaten Kunden zur WLAN-Technologie greifen, sagte Intel-Sprecher Klaus Obermaier.
Abhängig sei das davon, auf welche Kundengruppe die Computerhersteller ihre Geräte in der Ausstattung zuschnitten. Wirklich durchstarten werde die WLAN-Technologie vermutlich erst, wenn sich die Branche auf einheitliche Bezahlmethoden für die verschiedenen Zugangspunkte geeinigt habe. Das könnte nach seiner Einschätzung noch in diesem Jahr der Fall sein.
Centrino besteht aus einer speziellen Mobilvariante des Pentium-Chips, einem Chip-Set für die Verbindung zu anderen Laptop-Funktionen sowie einem Modul für die drahtlose Netzwerkanbindung. Damit haben die Intel-Ingenieure den neuen Standard für drahtlose Internet-Anbindungen, WLAN [802.11 a und b], bereits in die Chip-Plattform integriert.
Intel startet "Centrino"-WerbekampagneErste Centrino-Notebooks
IBM hat auf der Cebit bereits drei neue Notebooks präsentiert, von denen "ausgewählte Geräte" mit Intels Centrino-Chipsatz ausgestattet sind.
Die Modelle "T40", "X31" und "R40" zeichnen sich generell durch besonders lange Akkulaufzeiten aus. Das "ThinkPad T40" soll mit einer Standardbatterie auf eine Akkulaufzeit von 9,5 Stunden kommen. Das "ultraportable" "ThinkPad X3" hat eine Akku-Laufzeit von sechs Stunden bei einem Ausgangsgewicht von 1,66 Kilogramm.
Toshiba hat unterdessen das "weltweit leichteste WLAN-Notebook" mit Intels Centrino-Technologie vorgestellt. Der "Portege R100" soll "mit seinen Leistungsdaten und dem ultraportablen Form- und Designfaktor die Antwort auf die unterschiedlichsten Ansprüche viel reisender Geschäftsleute" sein. Die Betriebsdauer wird mit sechs Stunden angegeben.
Erste Centrino-Notebooks ab MärzAMD kontert
AMD hat auf der Cebit Intels Centrino-Offensive mit nicht weniger als zwölf "Mobile Athlons" gekontert. Dabei teilt AMD die Notebook-Anwendungen in "Desktop-Ersatz" [schwere Modelle], "normale" Geräte und "Energiespar-Modelle", die bei ultradünnen Rechnern zum Einsatz kommen sollen.
AMDs fünf Energiespar-Chips heißen 800+, 1700+, 1600+, 1500+, und 1400+ und kommen mit Micro-PGA-Gehäuse, dass deutlich kleiner als das Socket-A-Design ist.
Die CPUs sollen weltweit in "ein bis zwei Monaten" zur Verfügung stehen.
Die "Desktop-Ersatz"-Modelle hören auf die Namen 2600+, 2400+, 2200+ und 2000+ und basieren auf dem "Thoroughbred"-Kern. Die "normalen" mobilen Modelle heißen 2500+, 2400+ und 2200+ und basieren auf dem "Barton"-Kern.
Erstes Notebook von Fujitsu
Als erster Hersteller zeigt Fujitsu auf der Cebit ein Notebook mit AMDs neuen Energiespar-Prozessoren.
Das "LifeBook S2000" ist 1,71 Kilogramm schwer, misst 3,35 cm in der Höhe und nutzt AMDs "PowerNow"-Technologie.
