USA sichern GPS-Funktionsfähigkeit zu
Das Satellitennavigationssystem GPS [Global Positioning System] soll auch im Falle eines Kriegs gegen den Irak für zivile Zwecke zur Verfügung stehen. Diese Garantie hat am Mittwoch ein Sprecher der Brüsseler US-Vertretung gegenüber der "Berliner Zeitung" abgegeben.
"Wir glauben sicherstellen zu können, dass GPS als unschätzbar wertvolles Gebrauchsgut jederzeit zur Verfügung steht, während es gleichzeitig die Sicherheitsanforderungen der USA und der Koalition erfüllt", sagte der US-Diplomat.
GPS ist ein satellitengestütztes Positionsbestimmungssystem, das ursprünglich von den USA für militärische Zwecke eingerichtet wurde. Es besteht aus 24 Satelliten, die Zeit- und Positionssignale aussenden. Herr über das System ist nach wie vor der US-Verteidigungsminister.
In der Vergangenheit hatte es mehrmals Drohungen aus dem Pentagon gegeben, im Kriegsfall GPS für zivile Nutzer einzustellen und nur noch zur Lenkung von Truppen und Waffen zu nutzen.
USA wollen nur militärische NavigationZuerst Störungen über dem Irak
Im Kriegsfall dürfte das Pentagon zunächst das Signal für zivile Abnehmer über dem Irak stören, sodass es feindliche Truppen nicht nutzen können. Gleichzeitig würde das US-Militär das genauere und verschlüsselte GPS-Signal einsetzen, um Präzisionswaffen zu steuern.
Dennoch werde die zivile Nutzung außerhalb des Kriegsschauplatzes nicht "über Gebühr" beeinträchtigt werden, zitiert die Zeitung den US-Sprecher.
Denn die US-Regierung wisse um die Schlüsselrolle von GPS und nehme ihre Verantwortung gegenüber zivilen und kommerziellen Nutzern ernst: "Das gilt in Zeiten eines Konflikts genauso wie in Friedenszeiten."
Tatsächlich verzeichneten Experten schon während der Kriege in Jugoslawien und Afghanistan nur in angrenzenden Regionen GPS-Ausfälle.
EU-System im Moment auf Eis gelegt
Der Grund für das "behutsame" Vorgehen der Amerikaner könnte im
verschärften Wettbewerb liegen. Die EU will bis 2008 das
Satellitensystem Galileo aufbauen. Derzeit scheitert das Projekt am
Streit über Zuständigkeiten und Kostenaufteilung.
Galileo-Verhandlungen vorerst gescheitert
