Gemischte Gefühle am ersten Messetag
Die Cebit hat am ersten Tag einen kräftigen Besuchereinbruch hinnehmen müssen. Polizei und Aussteller berichteten von einem deutlich geringeren Ansturm als in den Vorjahren.
Auch in den Hallen war es ruhiger: Nicht vermietete Flächen hatte die Messe GmbH mit Stellwänden abgetrennt. Auf seinem traditionellen Messerundgang machte der deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder den Ausstellern Mut.
Schröder erklärte, nach dem schwierigen Jahr 2002 werde auf der Cebit "sichtbar, dass es für die Branche durchaus angebracht ist, optimistisch auf dieses und auf die kommenden Jahre zu schauen". In der Vergangenheit hätten sich nicht alle erträumten Wachstumsraten bewahrheitet. Jedoch sei "der Prozess der Konsolidierung der Branche mit durchaus guten seriösen Wachstumsperspektiven eingeleitet" und werde erfolgreich sein.
20 Prozent weniger Aussteller
Bis zum 19. März werden mehr als 600.000 Besucher erwartet; das
wären allerdings deutlich weniger also im vergangenen Jahr mit
674.000. Auch die Zahl der Aussteller ist kräftig geschrumpft: Nur
noch 6.526 Aussteller aus 69 Ländern haben sich angemeldet, das sind
knapp 20 Prozent weniger als bei der Cebit 2002.
Zeitmangel hält Besucher von Cebit fernBranche wartet auf Aufschwung
Die Computer- und Telekom-Industrie rüstet sich ohnedies nach geplatzten Blütenträumen und ihrer bisher schwersten Krise für den lange erwarteten Aufschwung.
Manager führender Unternehmen betonten zum Start der weltgrößten Fachmesse, dass sie spätestens im kommenden Jahr wieder zu deutlichen Wachstumszahlen zurückkehren wollen.
"Die Informations- und Kommunikationsindustrie ist nicht tot", sagte der Siemens-Vorstand und Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Volker Jung. Der Münchner Elektronikriese sieht sich dabei in einer guten Ausgangsposition, um von einem wieder anziehenden Markt überproportional profitieren zu können.
Ein Irak-Krieg würde die Erholung jedoch nach Einschätzung vieler Vorstandschefs verzögern.
Wachstum im zweistelligen Bereich erwartet
Der Kovorstandssprecher der Walldorfer Softwareschmiede SAP,
Henning Kagermann, hält auch in der Software-Branche eine Rückkehr
zu "leicht zweistelligen" Wachstumsraten für möglich. "Die Frage
wird sein, wie lange es bis dahin dauert."
"Zweistelliges Wachstum ist möglich"Unsicherheit bei PC-Herstellern
Der Branchenverband Bitkom hat am Vortag nach den Umsatzeinbußen im Vorjahr für Deutschland in diesem Jahr nur ein sehr geringes Wachstum von einem halben Prozent vorhergesagt und einen leichten Aufschwung erst für 2004 in Aussicht gestellt.
Die größte Unsicherheit gibt es derzeit bei den Computerherstellern. "Wir wissen nicht, wann und wie stark sich der Markt erholen wird, sodass Prognosen derzeit schwierig sind", sagte der Chef von Fujitsu Siemens, Adrian von Hammerstein.
Besser sieht es auf dem Handymarkt aus, wo der Siemens-Konzern und andere Hersteller wie Marktführer Nokia und Motorola weiterhin hohe Wachstumsraten zwischen acht und 15 Prozent vor allem durch UMTS erwarten.
WLAN als großer Hoffnungsträger
Auf großes Interesse stieß die schon lange erwartete
WLAN-Plattform "Centrino" für Notebooks von Intel. Der weltgrößte
Chiphersteller erhofft sich davon, das drahtlose Surfen im Internet
für ein Massenpublikum interessant zu machen. "Vor 15 Jahren war es
unsere Aufgabe, Computer miteinander zu verbinden. Heute geht es
darum, dies ohne Kabel zu tun", sagte Intel-Vizechef Mike Splinter
bei der Präsentation der Plattform auf der Cebit.
Erste Centrino-Notebooks ab März
