12.03.2003

SCHLUSSLICHT

Bildquelle: ORF.at

Kein Termin für Rufnummernmitnahme

Österreich hinkt bei der Einführung der Handynummer-Mitnahme zu einem neuen Betreiber im Europavergleich deutlich hinterher.

Während Handykunden in fast allen europäischen Ländern bei einem Betreiberwechsel ihre Rufnummer samt Vorwahl bereits mitnehmen können, gibt es in Österreich noch nicht einmal einen Starttermin.

Die EU schreibt die Einführung der so genannten mobilen Rufnummernportabilität mit 25. Juli dieses Jahres vor. Dieser Termin dürfte aber derzeit nicht haltbar sein.

DMR schätzt die notwendigen Startinvestitionen in Österreich - gerechnet für fünf Betreiber - auf rund 46 Mio. Euro, die laufenden Instandhaltungskosten auf 8,8 Mio. Euro. Kommt es zu weiteren Verzögerungen, drohe ein Kostenanstieg um 20 Prozent.

Wer diese Kosten abdeckt, ist noch nicht klar. In den meisten europäischen Ländern zahlt der Kunde, der wechselt, seinem alten Betreiber für die Nummernmitnahme zehn bis 30 Euro.

In Österreich wird überlegt, eine solche Gebühr gesetzlich zu verbieten. Die Kosten würden dann auf alle Kunden aufgeteilt. Die Handyrechnung würde dann pro Kunde und Jahr voraussichtlich um 2,5 Euro steigen, rechnet der Berater vor.

Praxis zeigt geringe Nutzung

In manchen Ländern - etwa in Großbritannien - liege die Nutzung des neuen Service nur bei einigen wenigen Prozent aller Handykunden. In Deutschland etwa hätten zwei Monate nach dem Start nur 14.000 der insgesamt 75 Mio. Mobiltelefonierer die Nummernportabilität genutzt, mittlerweile gebe es aber 40.000 Anfragen.

Probleme in Deutschland macht etwa die Frage der Gebühreninformation. Mit der Rufnummernportabilität kann der Kunde nicht mehr an der Vorwahl erkennen, ob er bei einem Anruf gerade günstiger im eigenen Netz telefoniert. Gebühreninfos gibt es in Deutschland nur auf SMS-, Telefon- und Faxabfrage.

In Österreich plant man eine transparentere Lösung. Die Gebühreninfo soll via Signal oder Ansage vor Beginn des Telefonats angezeigt werden. Eine Einigung unter den vier Betreibern über die künftige Technologie zur Realisierung der mobilen Nummernportabilität gibt es aber noch nicht.

Derzeit sind die Fronten unter den Betreibern laut DMR relativ verhärtet. Angesichts des Zeitdrucks rät der Consulter Österreich, nicht auf weitere Verhandlungen zu bauen und stattdessen möglichst rasch regulatorisch einzugreifen.