12.03.2003

ANSAGE

Bildquelle: ORF.at

E-Card Ende 2004 im Echtbetrieb

Trotz der Probleme und der angekündigten Klage gegen die Betreiberfirma soll der angekündigte Zeitplan zur Einführung der Chipkarte als elektronischer Ersatz des Krankenscheins halten.

"Die Chipkarte wird Ende 2004 im Feld sein", kündigte der Pressesprecher des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Dieter Holzweber, am Mittwoch an. Das bedeutet, dass die "E-Card" zu diesem Zeitpunkt bereits im Echtbetrieb laufen soll, sowohl die Patienten sollen die Karte haben als auch die Ärzte die Lesegeräte.

Sozialminister Herbert Haupt [FPÖ] hatte in der ORF-Sendung "Runder Tisch" erklärt, vom Hauptverband einen Brief erhalten zu haben, wonach die Chipkarte 2004 umgesetzt werde. Zeitgleich will der Vizekanzler auch die neuen Selbstbehalte einführen.

Klage gegen EDS/ORGA

Probleme gibt es vor allem mit der Software für die Chipkarte. Der Hauptverband hat deshalb vorige Woche eine Klage gegen die Arbeitsgemeinschaft EDS/ORGA beim Handelsgericht Wien eingebracht.

Begründet wurde das mit den "massiven Verzögerungen" bei der Einführung der E-Card. Der Sprecher der Geschäftsführung des Hauptverbands, Josef Kandlhofer, warf der amerikanisch-deutschen EDS/ORGA vor, "nicht in der Lage gewesen zu sein, auch nur einen einzigen Meilenstein des vereinbarten Projektumfangs zeitgerecht zu erfüllen".

Ursprünglich hätten bereits im Jahr 2002 umfangreiche Systemtests gestartet werden sollen, im Anschluss daran wäre der Probebetrieb vorgesehen gewesen. Der für die Einführung der E-Card vorgesehene Termin Ende 2004 sei angesichts des "Lieferverzugs" der Firma praktisch nicht zu schaffen, hatte Kandlhofer in der Vorwoche noch gemeint. Nun ist man im Hauptverband aber offenbar doch wieder optimistischer.