Online-Tausch von Strafanzeigen
Das deutsche Kraftfahrtbundesamt [KBA] will gegen den so genannten Punktehandel im Internet vorgehen.
In Deutschland existiert ein Punktesystem, das je nach Schwere der Verkehrsübertretung Führerscheinbesitzern Strafpunkte aufbrummt. Ab einer gewissen Anzahl wird der Führerschein eingezogen.
Die Behörde teilte heute in Flensburg mit, Verkehrssünder und derjenige, der die Übertretung gegen Bezahlung auf sich nehme, machten sich der Falschbeurkundung strafbar, da sie gegenüber Bußgeldstellen unwahre Erklärungen abgäben. Gegen die Punktehändler, die "unter Pseudonymen im Internet aktiv" seien, werde Strafantrag gestellt, hieß es.
BKAFreikaufen vom Führerscheinentzug
Beim Punktehandel gibt der Übernehmer gegenüber der Behörde an, er sei beispielsweise mit dem betreffenden Wagen zu schnell gefahren.
Eine kurze fuZo-Recherche ergab Marktpreise von 120 bis 220 Euro pro Flensburg-Punkt und 700 bis 1.500 Euro pro Monat Führerscheinentzug.
Das KBA ist sauer: Das Verkehrszentralregister sei ein wichtiges Instrument, um die Allgemeinheit vor ungeeigneten Kraftfahrern zu schützen. "Deshalb besteht ein großes öffentliches Interesse daran, dass die in einem Bußgeldbescheid festgesetzten Sanktionen, insbesondere die Bepunktung von Delikten, die wahren Täter treffen", heißt es in einer Stellungnahme der Behörde.
