Handys stören beim Abwiegen

07.11.2006

Durch einen Zufall haben die deutschen Behörden festgestellt, was gerade zur Weihnachtszeit zu einem Chaos in den Küchen führen könnte: Handys und Funkgeräte können Gewichtsangaben von Waagen verfälschen.

Auch beim Wiegen zu Hause solle man deshalb das Handy besser ausschalten, rät Eichdirektor Arnold Beumker vom Landesbetrieb Mess- und Eichwesen [LBME] Nordrhein-Westfalen am Dienstag in Köln. Das Gleiche gelte für Kinderfunkgeräte und Babyfone.

Entdecker namens Zufall

Der LBME habe durch Zufall festgestellt, dass das Messergebnis von Waagen durch elektromagnetische Störstrahler beeinflusst werden könne, sagte Beumker.

Reporter des ARD-Magazins "Plusminus" konnten in einem Selbsttest das Gewicht eines Lkw mit einem handelsüblichen Funkgerät je nach Abstand zur Waage ohne Mühe von 18 auf bis zu neun Tonnen verringern.

Eine Überprüfung von Industriewaagen etwa für Sand, Schrott, Edelmetalle und Zucker habe ergeben, dass das Ergebnis in 40 Prozent der Fälle durch Mobiltelefone und Funksprechgeräte verändert wurde.

Auch WLAN-Netze betroffen

"Plusminus" berichtet zudem aus einem internen Untersuchungsbericht deutscher Landeseichbehörden. Darin wurden auch WLAN-Netze als Verfälscher von Abwiegergebnisse angeführt.

Von 383 amtlich geeichten elektronischen Waagen ließen sich laut Bericht 111 per Funk verfälschen. Das heißt, bei fast jeder dritten Waage können weder Betreiber noch deren Kunden den Wiegeergebnissen trauen, wenn in der Nähe gefunkt wird.

(dpa | futurezone)